Wolf (Aug.), Maler, geb. in Weinheim in Baden 20. April 1842, betrieb anfangs das Goldschmiedgewerbe, kam dann zu Kreling nach Nürnberg, dann nach Karlsruhe, wo er sich an Canon anschloß. Unter dessen Einfluß entstand sein erstes Bild: Dame, die Laute spielend, vom Gesange eines Cavaliers begleitet. Im J. 1868 ging er nach Dresden, um nach den großen Venetianern und van Dyck zu kopieren. Hierauf lebte W. in Mannheim, wo seine Julia auf dem Balkon und eine Madonna entstanden, übersiedelte dann 1869 nach München, wo er Genrebilder (die Orangenhändlerin), eine Iphigenie u. s. w. malte. Graf Schack veranlaßte ihn, für seine Galerie weitere Kopien in Italien zu fertigen. In 10 Jahren schuf W. für Schack 49 Kopien der berühmtesten altital. Meisterwerke, außerdem war er aber auch als Schöpfer originaler Kompositionen thätig. Es entstand das Gastmahl in Murano, Tizians Garten, Hochzeitszug in Venedig, die drei Parzen, Balkonscene etc., wovon das meiste für Chicago erworben wurde. Im J. 1881 erschien das große Gemälde: Giorgione und Cecilia; anderes arbeitete er für den Großherzog von Oldenburg, den Fürsten Liechtenstein in Wien etc. Auch als Porträtist hat sich W. einen Namen gemacht, doch beruht sein besonderes Verdienst auf seiner Thätigkeit als ausgezeichneter Kopist venetianischer Originale des 16. Jahrh.