FeedSwinemünde
ErdkundeBrockhaus 1882

Swinemünde, befestigter Seehafen und Kreisstadt des Kreises Usedom-Wollin im pommerschen Regierungsbezirk Stettin, auf der Insel Usedom an der Swine, der mittlern Ausmündung des Oderhaffs in die Ostsee, gelegen, Station der Linie S.⸗ Ducherow der Preußischen Staatsbahnen, ist ein freundlicher Ort mit breiten Straßen und noch zum Teil einstöckigen, von Linden garnierten Häusern. Die Stadt ist der Sitz eines Landratsamts, eines Amtsgerichts, einer Hauptagentur der Seewarte, einer Schiffahrtsdirektion und einer Reichsbanknebenstelle. S. bildet den Vorhafen von Stettin und zählt (1885) 8629 E. Der Hafen mit 8 mtiefem Eingang, der beste an der preuß. Ostseeküste, durch zwei (1829 vollendete) 1600 und 1000 m lange Molen bezeichnet, ist seit 1850 stark befestigt und hat einen 65 m hohen Leuchtturm. Die Reederei S.s bestand 1882 aus 39 Schiffen mit 5218 t. Außer Schiffahrt, Schiffbau, Handel und Fischerei ist für S. auch sein Seebad von Kair ah⸗ das 1824 begründet wurde, in neuerer Zeit aber infolge des Aufschwungs von Heringsdorf und Misdroy weniger besucht ist. Die Umgebungen sind sehr freundlich, wie denn teils das bei der Stadt liegende Gehölz, teils einige entferntere Orte, wie Heringsdorf (f. d.), Hafendorf (Osternothhafen), der Golm, Corswand, Camminke u. s. w. Gelegenheit zu Ausflügen bieten. Auch steht S. nicht bloß mit Stettin (täglich), sondern auch mit Rügen und Kopenhagen in lebhafter Dampfschiffahrtsverbindung. Bis zur Mitte des 18. Jahrh. lagen sich an der Swine auf Usedom Westswine, auf Wollin Ostswine als Dörfer gegenüber, und die Einfahrt wurde durch die Swineschanze verteidigt. Seitdem 1729 die Swine schiff—⸗ bar gemacht war, vergrößerte sich das Dorf Westswine und wurde, nachdem Friedrich II. die Hafenanlagen verbessert, 1765 zur Immediatstadt erhoben. Vgl. Edw. Müller, 4S., Heringsdorf, Misdroy u. s. w. » (3. Aufl., Berl. 1878).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 393Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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