Wotjiäken, eine der russ.⸗finn. Völkerschaften, die sich selbst Udmurt nennen, leben in den Gouvernements Kasan und Wjätka, zumal in dem letztern, wo sie sich zu beiden Seiten des Wjätkaflusses angesiedelt haben und besonders Ackerbau und Bienenzucht, weniger aber Viehzucht treiben. Weil sie wenig mit andern Völkern vermischt leben, ist ihre Sprache, die zu der finn. Gruppe zählt, auch reiner geblieben. Sie sind zum Teil zum Christentum und zwar zur griech.⸗russ. Religion übergetreten, doch findet man noch viele Heiden unter ihnen. Auch haben selbst die getauften W. viele heidnische Gebräuche, wie die Opfer u. s. w., beibehalten. Ebenso gilt noch bei ihnen die alte Einteilung nach Stämmen, wonach alsdann ihre Dörfer benannt werden. Früher standen sie, wie die meisten finn. Völkerschaften in jenen Gegenden, unter tatar. Herrschaft und führten ein nomadisierendes Leben. Ihre feste Niederlassung fällt in die Zeit, als sie unter russ. Botmäßigkeit kamen. Ihre Anzahl beläuft sich auf etwa 240500 Köpfe, von denen im Kasanschen 7800, im Gouvernement Ufa 12360, im Gouvernement Samara 1360 und im Gouvernement Wjätka 219000 leben. Vgl. Wiedemann, «Grammatik der wotjakischen Sprache, nebst Wörterbuche (Reval 1851); (Grammatik der syrjänischen Sprache mit Berücksichtigung ihrer Dialekte und des Wotjakischen» (Petersb. 1884); „Syrjänisch-deutsches Wörterbuch nebst einem wotjakisch-kdeutschen im Anhango (Petersb. 1880); Buch, «Die W., eine ethnolog. Studies (Helsingfors 1882). — Nicht zu verwechseln mit den W. sind die Woten (s. d.).