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HeilkundeBrockhaus 1882

Wunderkinder, s. unter Frühreife. Ir Aird (Karl Aug.), hervorragender deutscher Arzt und Kliniker, geb. 4. Aug. 1815 zu Sulz am Neckar, widmete sich, zu Stuttgart vorgebildet, seit 1833 auf der Universität Tübingen mediz. Studien und besuchte nach erlangter Doktorwürde 1837 —38 auch andere deutsche Universitäten sowie Belgien und Frankreich. Nachdem er 1838—39 als Assistenzarzt am Katharinenhospital in Stuttgart gewirkt, habilitierte er sich 1840 als Privatdocent in Tübingen, wo er 1841 zum Assistenten der innern Klinik ernannt wurde, mit dem Auftrag, für den erkrankten Direktor zu funktionieren. Seit 1843 verwaltete er dieses Institut unter gleichzeitiger Ernennung zum außerord. Professor mit Sitz in der Fakultät als provisorischer Direktor, bis ihm 1846 die Direktion definitiv übertragen und er zum ord. Professor befördert wurde. Im J. 1850 folgte er einem Rufe nach Leipzig als ord. Professor der Klinik, wo er 1851 auch den Charakter als Geh. Medizinalrat erhielt. W. starb zu Leipzig 25. Sept. 1877. W.s Hauptwerk ist das Handbuch der Pathologie und Therapies (3 Bde. in mehrern Abteilungen, Stuttg. 1846 — 54; 2. Aufl. 1853 fg.), welchem später ein Grundriß der speziellen Pathologie und Therapie v» (Stuttg. 1858) folgte. Von seinen übrigen wissenschaftlichen Arbeiten sind noch besonders hervorzuheben: «über die franz. und deutsche Medizinp (Stuttg. 1841), Versuch einer patholog. Physiologie des Blutese (Stuttg. 1844), „Geschichte der Medizinv(Stuttg. 1859), Das Verhalten der Eigenwärme in Krankheiten (Opz. 1868; 2. Aufl. 1870). Auch begründete W. mit Roser 1841 das «Archiv für Rich Heilkunder, das erste Organ dieser neuen Richtung in der Medizin. Vgl. Koränyi, «Denkrede auf W.v (1879).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 768Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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