FeedWunnenstein
ErdkundeBrockhaus 1882

Wunnenstein, Berg im württemb. Neckarkreis, bildet mit den Vorbergen Forst⸗ und Kochersberg eine vollständig isolierte Keuperhügelgruppe auf der rechten Seite des Bottwarthals. Der 392 m hohe Berg bietet eine prachtvolle und weitreichende Fernsicht. Der W. (alt Wünnenstein, Wuninstein) war zur Zeit des german. Heidentums ein heiliger Berg Wodans; schon im 9. oder 10. Jahrh. stand an derselben Stelle eine christl. Kapelle zum heil. Michael, um 1200 treten hier die Herren von Stein auf. Der bekannteste ist der letzte Wunnensteiner, der gliesende (d. h. gleisende oder gleisnerische) Wolf, der in beständiger Fehde mit Graf Eberhard II. dem Greiner lebte (überfall inn Wildbad 1367), daneben aber auch ein entschiedener Gegner der Städter und ihrer Bestrebungen war, dessen Eingreifen bei Döffingen (23. Aug. 1388) zu Gunsten des Grafen Eberhard entschied. Wolf war später württemb. Obervogt zu Beilstein-Langhans und starb dort 9. Nov. 1413. Sein Standbild ist in der St. Magdalenenkirche daselbst. Der W. Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XVI. kam 1449 an Württemberg: 1525 bildete sich in der Michaelskapelle der „Wunnensteiner Bauernhaufeno, der dann unter Feuerbacher den solidern Bestandteil des hellen christl. Haufens bildete. Die Kapelle wurde als Wallfahrtskirche 1557 ab½½ der Kirchhof wurde aber bis 1737 als eerdigungsplatz benutzt. Die Ruine der Kapelle wurde 1829 zu einer Warte hergerichtet und soll 1888 zur 500jährigen Erinnerungsfeier der Döffinger Schlacht wieder ausgebaut werden. Vgl. Holder, Der W. in Geschichte und Sager (Stuttg. 1880; 4. Aufl. 1883). Wünschelburg, Stadt in der preuß. Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Breslau, Kreis Neurode, 3 km von der böhm. Grenze, an östl. Fuße des Heuscheuergebirges und am Kaltwasser, 370 müber dem Meere, ist Sitz eines Amtsgerichts, zählt (1880) 2044 meist kath. E. und hat Fabriken für Preßhefe und Schnupftabak, vier Branntweinbrennereien und Handweberei. Herzog Bolko von Schweidnitz erbaute hier 1342 ein Jagdschloß, welches dem Orte den böhm. Namen Hradek (d. h. Schlößchen) gab.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 769Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6