Wyck oder Wijk (Thomas), Maler und Radierer, geb. angeblich 1616 zu Harlem, gest. daselbst 19. Aug. 1677. Er war Schüler seines Vaters und des Pietro de Laar und zeichnete sich durch genreartige Darstellungen aus dem Leben des Marktes und der öffentlichen Lustbarkeiten aus. Quacksalber, Seiltänzer, Gaukler, von einer gaffenden Menge umstanden, wußte er mit Humor zu schildern. Auch Laboratorien, Städteansichten, darunter eine Darstellung Londons vor dem großen Brande von 1660 und die des brennenden London, Standbilder mit mannigfaltiger Staffage findel man von ihm. Zu letztern hat er größtenteils in Neapel, wo er sich einige Jahre aufhielt, seine Studien gemacht. Später begab er sich nach London, wo er sich niederließ und eines großen Ansehens Cenoß. Es gibt auch eine Anzahl ziemlich seltener Radierungen von ihm, die sehr geistreich und leicht behandelt sind. Man kennt bis jetzt 25 Blätter. Wydenbrugk (Oskar, Freiherr von), deutscher Staatsmann, geb. 1815 zu Aschhausen in Thüringen, studierte in Jena, Heidelberg und Berlin die Rechte und wurde 1841 Anwalt in Eisenach. Er war 1817 als Mitglied des weimar. Landtags Führer der Opposition, wurde im März 1848 Chef des Justiz- und Kultusdepartements im weimar. Staatsministerium und später Mitglied der frankfurter Nationalversammlung, wo er der Partei des Württemberger Hofs angehörte. Nachdem er 1854 aus dem weimar. Staatsdienst ausgeschieden war, zog er sich nach Tegernsee zurück, lebte seit 1859 in München und ging 1864 als Bevollmächtigter des Prinzen Friedrich von Augustenburg nach Wien. Er erwarb 1867 den Landsitz Schöffau bei Oberanudorf in Oberbayern und starb dort 9. Juni 1876. W. schrieb: »Die Umbildung des Feudalstaats in den modernen Staate (Münch. 1862), «Die Deutsche Nation und das Kaiserreichs (Münch. 1862), „Reichstag oder Parlament »(Jena 1863).