Xanthium L., Pflanzengattung aus der Familie der Kompositen. Man kennt nur wenige Arten, die in der subtropischen und gemäßigten Zone eine ausgedehnte Verbreitung besitzen. Es sind einjährige Kräuter mit gelappten oder tiefgezähnten Blättern und eingeschlechtigen Blütenköpfchen, von denen die weiblichen nur zwei, die männlichen dagegen zahlreiche Blütchen mit grün-Biatter d röhrenförmigen Perigon enthalten. Die lätter der Hüllkelche haben an der Spitze hakenförmige Stacheln. In Deutschland kommen vier Arten vor, von denen drei jedenfalls eingeschleppt sind. Da die Früchte sich ähnlich wie die der Kletten leicht an andere Gegenstände anhängen, so ist ihre Verbreitung auf bestimmten Verkehrsstraßen sehr erklärlich. Insbesondere gilt dies von dem X. spinosum L., das von Südrußland aus über einen großen Teil von Europa verschleppt worden ist. Es wurde zunächst durch Kosakenpferde 1828 in die Walachei gebracht, und von da aus verbreitete es ich in andere Teile der Balkanhalbinsel, sowie nach ngarn, Galizien und der Donau entlang nach Süddeutschland. Durch Viehtransporte gelangte die Pflanze nach Böhmen, Schlesien, in die deutschen Hafenorte und andere Gegenden Deutschlands. Die Verbreitung dieses Gewächses bietet insofern ein gewisses Interesse, als man die Wege, auf welchen dasselbe fortwanderte, genau verfolgen kann. Gleichfalls eingeschleppt sind X. italicum Moretti und X. macrocarpum OC., das letztere aus Gärten verwildert. Die vierte Art, X. strumarium L., ist zwar schon 5 4058 in Deutschland einheimisch, dürite aber auch als eingewandert zu betrachten sein. Das Kraut und die Wurzeln dienten früher zum Gelbfärben, schon die Römer sollen dieselben zum Blondfärben der Haare benutzt haben. Ebenfalls zum Gelbfärben werden X. macrocarpum und eine in Cochinchina wachsende Art, X. indicum Rocb., verwendet. Ranthogenate, s. u. Schwefelkohlenstoff. RXanthogensäure, eine in freiem Zustande sehr unbeständige organische Säure, deren Kaliumsalz 8(00½ Hz5) (SK) bei der Einwirkung von alkoholischer Kalilösung auf Schwefelkohlenstoff entsteht. Dies Salz scheidet sich aus der Lösung in schön gelb gefärbten Krystallen aus. Es wird durch Einwirkung der schwächsten Säuren, auch durch Kohlensäure in Kaliumsalz, Alkohol und Schwefelkohlenstoff zersetzt. Wegen letzterer Eigenschaft findet es wichtige Verwendung zur Vernichtung der die Weinpflanzungen verheerenden Rebwurzellaus in Boden be a dieses Insekt der Einwirkung des im Boden bei der Zersetzung des Xanthogenats sich bildenden Schwefelkohlenstossdampfes nicht zu widerstehen vermag.