X. wendete die Einkünfte seines Erzbistums, des reichsten in Europa (es brachte jährlich 100000 Dukaten ein), zu diesem Zuge an. Im Mai 1509 landete er an der Küste von Afrika. In erzbischöfl. Kleidung, über welcher er einen Harnisch trug, von Priestern und Mönchen, wie bei einer geistlichen Prozession, umgeben, führte er selbst das Heer an. In der Nähe von Oran kam es zur Schlacht, in welcher die Mauren besiegt wurden. Die Festung wurde erobert und die Besatzung niedergemacht. X. ließ Oran neu befestigen, verwandelte die Moscheen in Kirchen und kehrte nach Spanien zurück, wo ihn Ferdinand feierlich empfing. Als dieser 1516 starb und sein Enkel Karl noch minderjährig war, wurde X. Regent von Spanien. K. starb 8. Nov. 1517, von Karl V. mit Undank belohnt. Vgl. Flechier, cHistoire du Cardinal X.„ (2 Bde., Amsterd. 1700; deutsch von Fritz, Bd. 1, Würzb. 1828); 4Historie von dem Staatsministerium des Kardinals X.»(Hamb. 1791); Hefele, Der Kardinal X. und die kirchlichen Zustände Spaniens am Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrh.» (2. Aufl., Tüb. 1851); Havemann, «Francesco X. (Gött. 1848). Xingu (spr. Schingü), südl. Nebensluß des Amazonenstroms (s. d.), entspringt in der brasilian. Provinz Matto-Grosso und mündet rechts, kurz vor dem Ausfluß des Amazonenstroms in den Ocean. Der X. wurde in seiner ganzen Ausdehnung zuerst von Karl von den Steinen (s. d.) 1884 befahren. Vgl. von den Steinen, Durch Central-Brasilien (Lpz. 1886). Riphilinos (Joannes), aus Trapezunt, war Mönch in dem Kloster auf dem Berge Olympos in Kleinasien, wurde 1066 Patriarch von Konstantinopel und starb 1080. Er machte einen Auszug aus der Geschichte des Dio Cassius; einige seiner Reden gab Matthäi (Moskau 1775) heraus. Risuthrus, griech. Form des babylon. Noah, ist aus dem assyr. Adrahasis, umgesetzt Hasi su-adra gebildet. Die ihn betreffende Sage, deren Inhalt sich im wesentlichen mit der biblischen Erzählung von Noah und der Sintflut deckt, ist in zwei verschiedenen Uberlieferungen auf uns gekommen. Die eine ist die des Berosus, durch die griech. Chronographen erhalten; die andere findet sich als Episode in der elften Tafel des keilinschriftlichen Istubar-Epos. (S. Chaldäischer Sintflutbericht.) Vgl. Oppert, Le poëme chaldéen du déluges (Par. 1885). Tuthos, Sohn des Hellen, Enkel des Deukalion Xochicalco, s. unter Cuernavaca. (. d.),, Bruder des Doros und Äolos (s. d.), galt als Vater von Achäos und Jon (s. d.) für den mythischen Stammvater der Achäer und Jonier.