FeedX. selbst floh eilig nach Susa
Sagen & MythenBrockhaus 1882

X. selbst floh eilig nach Susa, nachdem er noch in Babylon die größten Tempel zerstört hatte. X. wurde 465 mit seinem Sohne Darius von Artabanus ermordet. Ihm folgte sein zweiter Sohn Artaxerxes I. X. ließ Persepolis und Susa ausbauen und sonst viele Bauwerke vollenden. In der Bibel kommt er unter dem Namen Ahasverus vor, und die Geschichte von Esther schließt sich aufs genaueste den durch die Griechen bekannten Thatsachen an. — X. II., Sohn Artaxerxes' I., regierte zwei Monate (425) und wurde von seinem Halbbruder Sogdianus ermordet. — Auch andere spätere Könige von Armenien heißen X. RXexemani, Vorstadt von Cartagena (s. d.) in Bolivar. & für ein U machen, zunächst soviel wie jemand hintergehen, betrügen, dann aber überhaupt soviel als etwas weismachen, eine Redensart, welche darauf beruht, daß man im Mittelalter die Zahlen mit röm. Zahlzeichen ausdrückte, unter denen vV und U gleichbedeutend waren und für 5 standen. Zwei V, das eine verkehrt an das andere gesetzt (X), bedeutete aber 10; schrieb daher jemand Xstatt Uauf die Rechnung, so schrieb er das Doppelte an. Ximenes (Augustin Marie, Marquis de), ein franz. Dichter span. Abkunft, wurde zu Naris 26. Febr. 1726 geboren, widmete sich dem Militärstande und kämpfte in der Schlacht bei Fontenoi, vertauschte aber dann die Waffen mit der Feder, ließ sich in Paris nieder und war besonders mit Voltaire eng verbunden, der ihn sof chätzte, daß er häufig Verse von X. in seine Werke mit aufnahm. X. schrieb einige Trauerspiele, von denen Don Carlosobesondern Anklang fand, ein Gedicht, César au sénato und ein Lobgedicht auf Ludwig XIV. Zwei Discourso von ihm, der eine zum Lobe Voltaires (Aux mänes de Voltairce, 1779), der andere über den Einfluß Boileaus auf sein Jahrhundert (Iufluence de Boileau sur L'esprit de son siècles, 1787) werden sehr geschätzt. Auch schrieb er«Lettres sur Ja Nouvelle Héloise de Jean Jacq. Rousseaus. Seine gesammelten Werke erschienen 1772, an die sich ein Nachtrag Codicille d'un vieillardo (1792) anschloß. X. war zwar ein Anhänger der Revolution, aber ohne an den Vorgängen leidenschaftlichen Anteil zu nehmen. Zuletzt schrieb er einen «Discours au roiv. Er starb zu Paris 21. Mai 1817. Kiménes (Francesco), span. Staatsmann und Kardinal, wurde 1436 zu Torrelagung in Altcastilien geboren, wo sein Vater Advokat war. Er stu⸗⸗ dierte zu Salamanca, reiste hierauf nach Rom und. brachte eine päpstl. Bulle mit, welche ihm die erste offene Pfründe in Spanien zusicherte. Der Erzbischof von Toledo weigerte sich, ihm eine solche zu geben, und da X. sich heftig äußerte, ließ ihn der Erzbischof sogar ins Gefängnis werfen. X. erhielt indessen bald die Freiheit und eine geistliche Pfründe im Kirchsprengel Siguenga, dessen Bischof, Kardinal Gonzalez Mendoza, ihn zu seinem Großvikar ernannte. Nachher trat er in den Franziskanerorden und wurde Beichtvater der Königin Isabella von Castilien. Im J. 1495 zum Erzbischof von Toledo ernannt, war er, vom Papst zum Kardinal und e Großinquisitor erhoben, kirchlich und politisch die maßgebendste Persönlichkeit in den vereinigten Königreichen. Im J. 1508 gründete er die Universität zu Alcala de Henares, auch veranlaßte er die berühmte Complutensische Polyglotte. Vorzüglich beschäftigte ihn die Bekehrung der Mauren und der Gedanke, ihnen einige Provinzen zu entreißen. In dieser Absicht entwarf er den Plan, nach Afrika überzusetzen und die Festung Oran wegzunehmen, die in den Händen der Mauren war.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 806Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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