Yttrium (chem. Zeichen X, Atomgewicht = 88 7) heißt ein einfacher metallischer, den sog. Erdmetallen beigesellter Körper. Der Schwede Gadolin entdeckte 1794 in einem feldspatähnlichen Mineral, nach ihm Gadolinit genannt, eine eigentümliche Erde, die Yttererde, aus welcher das Y. in Gestalt metallglänzender Schuppen abgeschieden wurde. Später ergab sich, daß das Y. nicht ein einziges Metall, sondern ein Gemenge mehrerer Metalle sei, nämlich des eigentlichen Y., dessen Eigenschaften noch nicht gehörig ergründet sind, des Terbiums und des Erbiums. Diese Metalle sollen sich auch in den beiden Mineralien Orthit und Ytterotantalit finden; indessen wird die elementare Natur dieser Metalle neuerdings wieder bezweifelt. Pucatän, eine Halbinsel, die in Gestalt eines länglichen Rechtecks auf der Nordseite von Mittelamerika vorspringt, wird begrenzt im W. von der Campechebai des Mexikanischen Golfs, im N. auf einer Strecke von 480 km von letzterm, im O. vom Golf von Honduras des Karaibischen Meeres, welches durch die zwischen dem Kap Catoche und der Insel Cuba nur 220 km breite Hucatan-Straße mit dem Mexikanischen Golf zusammenhängt, hat ein Areal von 220000 akm und umfaßt, außer dem brit. Holzdistrikt Honduras (s. d.) oder Belize im Südosten, einem Teile des zu Guatemala gehörigen Departements Verapaz im Süden und Teilen der mexik. Staaten Chiapas und Tabasco im Südwesten, die mexik. Staaten Campeche (s. d.) und Y. Letzterer zählt (1882) auf 73 000 akm 302 315 E., meist Maya-Indianer, und hat zur Hauptstadt Merida (s. d.). Die Oberfläche ist im allgemeinen eben und flach; nur im Innern kommt Hügelland von 100 m Höhe vor. Die Küsten sind niedrig, rings von Sandbänken umgeben, im Norden wenig eingeschnitten, im Osten dagegen zerrissen, zu mehrern Baien eingebuchtet. Unter den Küsteninseln ist Cozumel im 1.0 die größte. Im Innern herrscht Wassermangel. Sowohl wegen seiner Lage wie wegen seiner geringen Erhebung und seines wasserarmen, steinigen, Bodens in aus Kalk und Korallen be ach, aut odens ist Y.s Klima außerordentlich heiß, gilt aber dennoch ween seiner Trockenheit im allgemeinen für ein gesundes. Nur an der Küste kommt das Gelbe Fieber vor, und während der Regenzeit treten Wechselfieber und biliöse Driode häufig und gefährlich auf. Zwischen Anfang Oktober und Ende Februar stürzen Tropenregen in Strömen herab, werden aber von dem Sand⸗ und Felsenboden begierig aufgenommen. Außer Mais und in feuchtern Gegenden Reis gedeihen keine europ. Cerealien, auch nur wenige europ. Gemüse, dagegen alle Tropenfrüchte, von Handelsgewächsen namentlich Tabak, Kaffee, Zuckerrohr, Baumwolle, Josern und Henequen, d. i. eine Agavenart, deren Fasern zur Verfertigung von Seilerwaren, Säcken und Matten benutzt werden und unter dem Namen Pita⸗ oder Sisalhanf in den Handel kommen. Bei der sehr beschränkten Kultur des Bodens ist jedoch der Gewinn von Kolonialprodukten im ganzen nur gering. Den größten Reichtum des Landes bilden die ausgedehnten Waldungen. Diese liefern alle Arten Hölzer für Kunsttischlerei, Zimmermannsarbeit und Schiffbau, fast alle Farbehölzer des europ. Handels, namentlich Campecheholz. Außerdem finden sich hier der Copaiva-oder Tolubaum, welche bekannte Balsamarten geben, der Guajac-und Ambrabaum, Tamarinden, Sassafras u. s. w. Aus Mangel an Wiesen und Weiden ist der Bestand an Haustieren gering; nur das Schwein ist in ÜUberfluß vorhanden. Stachellose Bienen liefern köstlichen Honig und Wachs in Fülle. Metalle finden sich nirgends im Staate Y. An der Küste schlemmt man Salz und sammelt viel graue Ambra. Die Küstenfischerei ist außerordentlich ergiebig. Der Kunstfleiß der Rucatecos beschränkt sich auf Gewebe von Baumwolle, Wolle und Pita, auf Fertigung irdener Gefäße, Flechtwerk aus Palmblättern und Agavefasern und auf Salzschlemmerei. Der Handel ist ungeachtet der guntigen Lage des Landes und des Reichtums an Handelsprodukten ebenfalls nur unbedeutend und wird hauptsächlich von Progreso, dem Hafen von Merida, mit Havana, den Vereinigten Staaten und Europa vermittelt. Der ganze Warenverkehr wird pro Jahr auf 2 Mill. Dollars veranschlagt. Ausgeführt werden Smelben Säcke, Stricke, Hängematten aus demselben Hanf, Palmhüte, Blauholz, Blauholzextrakt, Kopal, Mais, Reis, Bohnen, Ochsen-Tund Hirschhäute, getrocknetes Fleisch, Fische (Pampanos), Salz, Honig und Wachs, auch Kokosnüsse, Citronen und andere Südfrüchte, geprägtes Silber, einige Goldarbeiten aus Campeche. In der letzten Zeit ist die Ausfuhr von Farbeholz immer bedeutender geworden. Großes Interesse Baum in neuerer Zeit Y.s zahlreiche Ruinen alter Bauwerke und Städte erweckt, welche die Maya-Indianer Xlapakh (lalte Mauern) nennen. Am berühmtesten sind die 80 kEm südwestlich von Merida, unweit der Hacienda Uxmal gelegenen. Außer diesen werden noch viele andere Hauptgruppen von Ruinen genannt, wie die von Chichen oder Tschits + * Tulüm, Zayi, Chunjuju, Labnä, Kabah, Becanchen und Iturbide, welche sämtlich in Bauart und Verzierungen Gleichartigkeit zeigen. Es sind dies echte Denkmäler toltekischer Baukuns, Werke der alten Macequales, von einem Alter von etwa 800 F/ aus der Zeit, wo eine bedeutende Kolonisierung Y.s durch die aus dem mexik. Hochlande Versal ausgewanderten Tolteken stattfand. Ihr Verfall trat erst nach der Ankunft der Spanier ein. Einst stand Y. unter einem Monarchen, der zu Mayapan residierte, und dem alle andern Kaziken und Herren des Landes unterthänig und zinsbar waren. Mit der Zeit lehnten sich diese gegen ihn auf und zerstörten Mayapan im 15. Jahrh. Jeder Kazike gründete sich nun ein eigenes Reich, welches einer gegen den andern durch unaufhörliche Kämpfe zu behaupten suchen mußte. Solcher Reiche sollen bei der Ankunft der Spanier sieben gewesen sein. Die Spanier betraten zuerst 1506 unter Diaz de Solis und Pinzon des Landes Küsten. Um 1527 begann Francisco de Montejo die Eroberung, und um 1540 wurde als erste größere Niederlassung Campeche gegründet, 1541 unterwarf sich der letzte Nachkomme der Herrscher von Mayapan, Namens Tutul-Xiu, worauf seine Hauptstadt Mani zerfiel. Auf der Stelle und aus den Trümmern von Tihoo entstand 1542 Merida. Die Indianer, durch die Spanier, besonders durch deren Geistlichkeit unter knechtische Botmäßigkeit gebracht, sanken sowohl da, wo sie sich unterwarsen und äußerlich das Christentum annahmen, als auch in dem Innern des Landes allmählich in 20 jetzige Armut und Unkultur, während ihre orfahren eine verhältnismäßig hohe Stufe der Civilisation erreicht hatten. Unter der span. Herrschaft bildete Y. die Intendanz Merida des Königreichs Neuspanien oder Mexiko. Nach Befreiung des Landes von den Spaniern 1821 erklärte es sich für selbständig und nahm eine nach den liberalsten Prinzipien entworfene Konstitution an. Doch wurde diese Selbständigkeit Y.s, die zu verschiedenen Zeiten 1821—24, 1840—43, 1846 —52 proklamiert war, von der mexik. Regierung nie anerkannt und schließlich auch von Y. aufgegeben. Vgl. Cogolludo, La historia de V.v (Madr. 1687; 2 Bde., Campeche und Merida 1842—45); Sotomayor, Iistoria de la conquista de la provincia de Itzap u. s. w. (Madr. 1701); Waldeck, „Voyage pittoresque et archéologique dans les provinces d'V.„ (Par. 1838); Nebel, «Voyage pit-⸗ toresque et archéologique dans le Mexicos (Par. 1840); Norman, «Rambles in V.» (2. Aufl., Neuyork 1844); Stephens, Ancidents of travel in Central-America, Chiapas and V. (2 Bde., Neuvork 1841; neu herausg. von Catherwood, Lond. 1854, deutsch, Lpz. 1854); derselbe, «Incidents of travel in X.„ (2 Bde., Lond. 1843; deutsch, 2 Bde., Lpz. 1854); Heller, Reisen in Mexiko 1845—485 (Lpz. 1853); Scherzer,Aus dem Natur-⸗ und Völkerleben im tropischen Amerikav (Lpz. 1864).