Zanardelli (Giuseppe), ital. Politiker, geb. 1829 in Brescia, studierte die Rechte zu Pavia und war Mitarbeiter am mailänder Crepuscolop. Erst nach dem Umschlag der politischen Verhältnisse 1859 war es ihm erlaubt, Anwalt zu werden. Noch in demselben Jahre wurde er in das Parlament Cuntden Im J. 1860 agitierte er in Neapel zu Gunsten Garibaldis, 1866 war er königl. Kommissar der Provinz Belluno. Im J. 1876 wurde er unter Depretis Minister der öffentlichen Arbeiten, gab aber, weil er gewisse Verträge mit Eisenbahngesellschaften nicht unterzeichnen wollte, im Nov. 1877 sein Portefeuille ab. Im ersten Kabinett Cairoli (1878) war er Minister des Innern, trat aber indessen 11. Dez., nach dem Attentat Passanantes, zurück. Im Mai 1881 übernahm er die Leitung des Justizministeriums und hatte einen hervorragenden Anteil an der Durchbringung des Wahlgesetzes. Als 1883 Depretis dem alten Programm der Linken untreu geworden zu sein schien, trat Z. mit Baccarini aus dem Kabinett aus. Seitdem hat er, dem Namen nach einer der Führer der Opposition, nur ausnahmsweise an den Kammerverhandlungen teilgenommen. andam, s. Zaandam. ander (Fisch), s. Sander.