FeedZeitalter
ReligionBrockhaus 1882

Zeitalter nennt man einen durch eine Persönlichkeit, ein Ereignis oder eine Reihe von Ereignissen in seinem Charakter bestimmten größern Abschnitt l der Geschichte und spricht deshalb von einem Z3. Alexanders d. Gr., der Kreuzzüge, der Revolution u. s. w. Darauf beruht auch die Einteilung der Weltgeschichte in Altertum, Mittelalter und Neu-H1 zeit, von der vielfach, meist von der Französischen Revolution an, die neueste Zeit abgetrennt wird. Denn von allen diesen Z. hat jedes einen besondern Charakterzug, durch dessen Verschwinden oder Umwandlung ein neues Z. heraufgeführt wird. Übrigens ist diese Abgrenzung der Weltgeschichte eine verhältnismäßig junge, wohl erst seit Anfang des 18. Jahrh. aufgekommene. Die Kirchenväter und die Schriftsteller des Mittelalters teilten sie vielmehr in eine vor⸗ und nachchristl. Zeit oder nach den sog. vier Weltmonarchien, unter welchen dann die römische, mit ihrer Fortsetzung im römisch'deutschen Reiche, das letzte bis ans Ende aller Dinge dauernde Z. darstellte, oder endlich auch nach sechs Weltaltern, wobei dann jedesmal die Zeit, welcher der betreffende Schriftsteller angehörte, als das Greisenalter der dem Untergange entgegenreifenden Welt betrachtet wurde. Die moderne Einteilung in Z. konnte also erst aufkommen, als sich die Geschichtsbetrachtung von der ausschließlich kirchlichen Auffassung der Geschichte freigemacht hatte. (Vgl. Ara und Periode.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 854Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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