FeedZermatt (franz. Praborgne)
ErdkundeBrockhaus 1882

Zermatt (franz. Praborgne), Pfarrdorf mit (1880) 492 E. im Bezirk Visp des schweiz. Kantons Wallis, liegt 1620 meüber dem Meere, 32 km südsüdwestlich von Visp auf dem linken Ufer der Gorner⸗ oder Mattervisp in der obersten Stufe des Nikolai⸗ oder Matterthals, das sich, links von der vergletscherten Kette der Dent Blanche (4364 m) und des Weißhorns (4512 m), rechts von den Mischabelhörnern umschlossen vom Fuße des Monte-Rosa und des Matterhorns nordnordöstlich bis Stalden (834 m) Lause wo die Gornervisp sich nach 28 kKm langem Laufe mit der Saaservisp vereinigt. Von den mächtigsten Firn⸗ und Felshäuptern der Schweizer Alpen umgeben, reich an gewaltigen, tief gegen die enge Thalfurche herabsteigenden Gletschern Gorner⸗, Zmutt⸗, Findelengletscher), an Wasserfällen, Alpweiden, Lärchen⸗ und Arvenwäldern, ist das Nikolaithal eins der großartigsten Hochthäler der Schweiz. Mittelpunkt des sehr lebhaften Touristenverkehrs, der neben Alpenwirtschaft und spärlichem Ackerbau die Haupterwerbsquelle der Bewohner bildet, ist das Dorf Z. mit seinen großen palastartigen Gasthöfen und den dazugehörenden Berghotels der Riffelalp (2227 m) und des Riffelberges (2569 m). Mährend die Hochgipfel und Gletscherioche der Umgebung von 3. meist nur geübten Bergsteigern ugänglich sind, bieten die Vorberge zahlreiche chendo lohnende, wie leicht erreichbare Aussichtspunkte, unter denen der Gornergrat (3136 m), das Hörnli (2893 m) am Fuße des Matterhorns und das Mettelhorn (3410 m) die besuchtesten sind. Von den andern Dörfern des Thals, das (1880) in sechs Gemeinden 2275 E. deutscher 4.1 und kath. Konfession zählt, ist das wichtigste St. Niklaus (1164 m, 808 E.), nach welchem das Thal benannt ist; seine Bergführer gehören, wie die von Z., zu den besten der Schweiz. Mit dem ital. Val Tournanche ist das Rikolaithal durch den Gletscherpfad über das Matterioch (Theodul) verbunden; thalabwärts führt von Z. nach St. Niklaus ein 24 km langes Fahrsträßchen, welches sich als Saumweg über Stalden nach Visp (19 km) fortsetzt. Eine Zahnradbahn Visp-Z. ist projektiert. Vgl. Ulrich, «Die Südthäler des Wallis v (Zür. 1850); Die Locket-book „ (Lond. 1881); Wolf, „Die isperthäler o (Zür. 1886).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 897Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6