Zimmermann (Reinhard Sebastian), Genremaler, geb. 9. Jan. 1815 zu Hagenau am Bodensee, widmete sich zuerst dem Kaufmannsstande und besuchte dann die Akademie in München, wo er zuerst mit dem humoristischen Bilde der Heiligen drei Könige Erfolg hatte. Zu seinen fernern Genrebildern gehören: die theuere Zeche, die Landleute im Schloß (1853), die Bettelmusikanten (1854), der Schrannentag in München (1861, im Museum in Köln), die Impfstube, das unterbrochene Kartenspiel, das Zweckessen, die Siegesbotschaft (1875), Klosterschule in Ottobeuern (1879), vor der Musikprobe (1880). Z. veröffentlichte«Erinnerungen eines alten Malerso (Münch. 1884). immermann (Rob. Arthur Theod.), namhafter Asthetiker und philos. Schriftsteller, Sohn des verdienten Schulmannes Johann August Z. in Prag, wurde in dieser Stadt 2. Nov. 1824 geboren, bezog 1840 die Universität daselbst, auf der er sich dem Studium der Philosophie widmete, und ging dann nach Wien, wo er sich besonders der Mathematik und den Naturwissenschaften widmete. Im J. 1847 als Assistent an der dortigen Sternwarte angestellt, habilitierte er sich 1849 an der wiener Universität für das Gebiet der spekulativen Philosophie, wurde 1850 zum außerord. Professor zu Olmütz, 1852 zum ordentlichen in Prag ernannt, und 1861 in gleicher Eigenschaft nach Wien berufen, wo er zugleich (seit 1869) wirkliches Mitglied der kaiserl. Akademie der Wissenschaften ist, in deren Schriften er zahlreiche vortreffliche Essays über Leibniz, Kant, Schelling, Lambert, Herbart, Hume, Comte u. a. veröffentlicht hat. Z. gehört zu den hervorragendern Vertretern der Herbartschen Philosophie. Als solcher ist er der Begründer der sog. Formästhetik, im Gegensatz zu der sog. Gehaltästhetik der Hegelschen Schule, mit deren namhaftestem Repräsentanten, Vischer, er eine langdauernde philos. Polemik führte. Von 3.3 Schriften sind zu nennen 4Leibniz' Monadologier (deutsch, Wien 1847), Leibniz und Herbarte (Wien 1849), 4Das Rechtsprinzip bei Leibniz) (Wien 1852), Philos. Propädeutik' (3. Aufl. 1867), Uüber das Tragische und die Tragödie⸗ (Wien 1856) und seine Hauptwerke «Asthetiko (2 Bde., Wien 1858 —65) und »Anthroposophie v (Wien 1882). Auch sammelte er eine Anzahl philos. Journalaufsätze in „Studien und Kritiken zur Philosophie und Ästhetiks (2 Bde., Wien 1870).