FeedZumsteeg (Joh. Rud.)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Zumsteeg (Joh. Rud.), deutscher Liederkomponist, geb. 10. Jan. 1760 in Sachsenflur im Odenwalde, sollte Bildhauer werden, aber sein Talent wies ihn auf die Musik. Als Jugendgefährte und vertrauter Freund Schillers komponierte er Gesänge zu den „Räuberno u. dgal. m. Nachdem er als Violoncellist bei der herzogl. Kapelle in Stuttgart angestellt worden, komponierte er Klopstocks «Frühlingsfeiero, eine Messe und mehrere Balladen und Lieder, wodurch er sich den Beifall des Hofs und des Publikums in dem Grade erwarb, daß er 1792 zum herzogl. Konzertmeister und Direktor der Oper ernannt wurde. Doch schon 27. Jan. 1802 endete ein Schlagfluß sein Leben. Er war der erste deutsche Komponist, der Balladen mit Begleitung des Pianoforte komponierte und darin eine Zeit lang den entschiedensten Erfolg hatte. Seine Kompositionen Des Pfarrers Tochter von Taubenheimo, «Ritter Karl von Eichenburge und mehrere andere werden stets ihren Wert behalten. Auch seine Lieder und Romanzen sind bedeutend (3. B. Kolmah). Unter seinen Opern ist die 4Geisterinselo belannt. Nachkommen von ihm besitzen in Stuttgart die Zumsteegsche Hofmusikhandlung. — Seine Tochter, Emilie Z., geb. zu Stuttgart 9. Dez. 1796, ebenfalls durch Klavier- und Liederkompositionen bekannt, starb als Musiklehrerin zu Stuttgart 1. Aug. 1857.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 959Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Bildende Kunst 6