Die Geometrie zerfällt in zwei Hauptabschnitte: in die Planimetrie, welche sich mit den Gebilden, die in einer E. liegen, beschäftigt, u. in die Stereometrie, die sich mit Gebilden beschäftigt, bei welchen dies nicht der Fall ist. Eine gerade Linie kann entweder ganz in eine E. fallen, oder sie hat gar keinen Punkt mit derselben gemein, ist der E. parallel, od. sie hat einen Punkt mit der E. gemein, schneidet sie. Ueber den Neigungswinkel einer solchen Linie zu einer E. s. d. Art. Neigungswinkel. Zwei Ern schneiden sich entweder nie u. heißen dann parallel, oder sie haben eine gerade Linie als Durchschnitt, wo die Neigung der beiden Ernn Flächenwinkel (s. d. und senkrecht) heißt. Drei Ern können entweder gar keinen Punkt gemeinschaftlich haben, wenn sie nämlich alle drei parallel sind, od. sie haben eine gerade Linie gemein, wenn die dritte E. durch den Durchschnitt der beiden anderen läuft, od. sie haben nur einen einzigen Punkt gemein. Wenn zwei Ern parallel sind u. von einer dritten geschnitten werden, giebt es keinen Punkt, der allen drei Enn gemeinschaftlich wäre, da die Durchschnittslinien der dritten E. mit den beiden anderen E.n unter sich parallel laufen. 6béner, ébénacer, v. a., frz., engl. to ebonize, ebenholzartig malen, masern, beizen; s. d. Art. Ebenholz h. ebon, ebony, lat. ebeni lignum, amerimnum, aspahanthus, nannte man zunächst die schwarzen, schweren u. festen Hölzer, die von Ostindien aus in den Handel kamen; nachmals aber auch alle tiefdunklen Hölzer überhaupt, sowie solche hellere feste Hölzer, die durch geeignete Beizen das Ansehen des echten Etes erhalten. a) Schwarzes Ebenholz. Echtes E., Ayri, ist sehr dicht, sinkt im Wasser unter u. zeigt keine Jahresringe. In jugendlichem Zustand, als Splint, ist es weiß u. geht erst im Alter in die dunkle Färbung über. Es lagert sich in seinen Zellen ein dunkler Stoff ab, die Zellwände selbst bleiben farblos, sind aber sehr dickwandig Und bedingen dadurch die Festigkeit. Das echte E. stammt von mäßig starken, 9—11 w. hohen Bäumen der Gattung Dattelpflaume (Diospyros), die vorzugsweise in Ostindien u. auf den südasiatischen Inseln wächst. Das beste soll nach Roxburgh von D. Melanoxylon Poir. kommen. Stämme von 15 cem. Durchmesser haben einen schwarzen Kern von nur 5 em. Stärke, bei alten Stämmen dagegen bildet der weiße Splint einen nur fingerdicken Ring, der vor dem Versenden sorgsam abgetrennt wird. Bei manchen Stämmen finden sich im schwarzen Holz weiße Flecken; dann ist das Kernholz in der Entwickelung zurückgeblieben, infolge sogen. Splintschwäche. Es ist dies das marmorirte E. des Handels, das nach Roxburgh von D. leucomelas herkommen soll. — Außer von den genannten Baumarten kommt schwarzes E. auch noch von Diospyros Ebenum in Ostindien, von D. Ebenaster, D. Mabolo, D. tomentosà, D. Roylei, das javanische von D. frutescens. Das E. von Mosambik stammt von einer Milletia, das westafrikanische E. von Maba guineensis u. Diospyros senegalensis. Das westindische E. von Brya Hbenus (Aspalanthus Hbenus) hat grünlichbraune Farbe u. läßt sich gut poliren, heißt auch amerikanisches E. od. schwarzes Grenadillholz u. kommt meist nur in Stücken von 7—10 em. Durchmesser in den Handel. Das brasilianische E., schwarzbraun von Farbe, soll von der Brauna (Melanoxylon Brauna) stammen. b) Rothes Ebenholz, frz. Ebene rouge, engl. red ebony. Von Brasilien aus wird eine Sorte rothes E., die auch Eisenviolettholz heißt, verführt, deren Ursprung noch unbekannt ist. Eine andere Art rothes oder braunes E., ebenfalls Grenadillholz gen., kommt von dem kretischen Wundklee (Anthyllis cretica, Fam. Hülsenpflanzen). Das texikanische E. ist das schwere u. dunkle Holz einer Akazienart(Acacia flexicaulis), die häufig am Rio Bravo wächst. e) Grünes Ebenholz, frz. ébene verte, engl. green ebony, von braungrüner Farbe, kommt aus Guayana u. Cayenne und wird von Tecoma leucoxylon Mart. (Bignonia L.) abgeleitet. Eine Sorte grünes E. stammt dagegen von der in Südeuropa wachsenden italienischen Dattelpflaume (Dios-Pyros Lotus), d) Slaues Ebenholz, Amarauth, Cayenneholz, frz. ébene bleue, engl.blue ebony, auch Luftholz genannt, weil es anfänglich röthlichgrau, dann dunkelroth, zuletzt veilchenblau u. purpurviolett wird, kommt aus Surinam, angeblich von einer Nissolia (Leguminosae); s. auch Amaranthholz. e) Gelbes Ebenholz, frz. Ebene jaune, engl. yellow ebony, ein hartes Holz, das anfänglich weiß ist, später sich aber dunkler färbt und wellenförmige Streifen erhält, stammt von dem weißholzigen Trompetenbaum (Bignonia Leucoxylon, Fam. Maskenblütler), einem bis 12 m. hohen Baum Westindiens. k) Falsches Ebenholz, frz. ébene fausse, f., engl. bean-tree, foil-tree, vom gemeinen Goldregen (Cytisus Laburnum, Fam. Hülsengewächse), einem in Gärten gern gepflanzten Strauch, ist in der Jugend gelblich, im Alter schwarz geflammt, sehr hart und nimmt eine schöne Politur an; s. ferner d. Art. Aspalanthus. g) Als deutsches Ebenholz, frz. ébene d'Allemagne, engl. germain ebony, bezeichnet man auch das feste Holz des Taxus (die Eibe), das sich schwarz beizen läßt. h) Das echte E. steht hoch im Preis, ist spröde u. läßt sich wegen seiner Dichtigkeit nur schwierig leimen. Hierdurch ist es gebräuchlich geworden, geringere Hölzer anstatt seiner zu verarbeiten u. sie schwarz zu beizen. Man hat sogar künstliches Ebenholz vorgeschlagen. Dieses, von dem französischen Chemiker Ladry erfunden, besteht aus einer Mischung von feinen Sägespänen u. Thierblut, der man durch hydraulische Pressen eine bedeutende Dichtigkeit verleiht. Die Masse, die sich in Formen vielfach gestalten läßt, soll eine schöne Politur annehmen; s. ferner d. Art. Grenadillholz. — i) Einen Ebenholz ähnlichen, schwarzen Anilinfirniß für Holz erhält man, indem man in 1 Alkohol 12 g. Anilinblau, 3g. Fuchsin u. 8g. Naphthalingelb auflöst, wozu etwa 12 Stunden erforderlich sind. Mit einem einzigen Anstrich erhält man schon ein ebenholzartiges Schwarz. Oder man löst gleiche Gewichtstheile rothes Chromsalz u. Opalsäure in Wasser auf, wobei eine starke Gasentwickelung eintritt. Sobald dieselbe beendet, ist die Beize fertig u. kann beliebig aufbewahrt werden. Je konzentrirter die Lösung, desto dunkler wird die Farbe des angestrichenen Holzes. Wird durch einmaliges Anstreichen des geschliffenen Holzes die gewünschte Färbung noch nicht erreicht, so wiederholt man den Anstrich. Das Abschleifen des so gebeizten Holzes geschieht besser mit feinem Schmirgelpapier als mit Bimsstein, da die Masern besser hervortreten.