Feedkalkige Steinmassen
TechnikBau-Lexikon 1881

kalkige Steinmassen, natürliche oder künstlich erzeugte, so z. B. Kalksandziegel, sind immer ziemlich porös; um nun dieselben zu härten und dicht zu machen, dient eine Lösung von saurem, phosphorsaurem Kalk, mit welcher man Betonarbeiten mischt, Mauerornamente, welche aus natürlichem kalkigen Gestein bestehen, anstreicht und sie so oberflächlich hart und dicht macht; sie widerstehen dann dem Frost und mechanischen Einflüssen, der Entstehung von Mauerfraß etc. kaalkiren oder calquiren, frz. Calquer, eine Art des Durchzeichnens (s. d.); man streicht die Rückseite der Zeichnung mit einem rothen oder schwarzen Pulver und zieht die Konturen mit einem Griffel nach, wodurch sie sich auf unterlegtem Papier abdrucken. Ralkkern, Kalkkrebs, m.,„ Kalkirumpe, k., franz. lopin, M. Ecrevisse, f., engl. grain in the morter, OVer-burnt partiele. So heißen die beim Löschen zurückbleibenden festen Stücke von nicht gehörig durchgebranntem Kalk so- wie der beim Ausräumen des Ofens als nicht vollständig gebrannt beiseite geworfene Abraum. Diese Kalkkrumpen geben einen guten Aestrich, s. d. Art. Aestrich 23. Auch zu Chausseebau und zu Aufschüttung auf Höfen, Gartenwegen etc. sind sie sehr gut zu gebrauchen, weil sie, wenn auch nicht zum Mörtel selbst brauchbar, doch schnell sehr fest zusammenbacken.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 135Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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