FeedKalkblau
NaturlehreBau-Lexikon 1881

Kalkblau, u., s. d. Art. Bergblau 2. Kalkbrennen. Zur Verarbeitung in der Kalkbrennerei eignen sich am besten die unkrystallinischen Kalksteine welche bei einer gewissen Porosität die erforderliche Festigkeit besitzen und in ihrerchemischen Zusammensetzung nicht zu große Mengen fremder Beimengungen (Eisen, Thon- oder Talkerde etc.) enthalten. Das Brennprodukt aus solchem Gestein heißt fetter Kalk od. Weißkalk; s. Kalkmörtel. Kalkstein, welcher größere Quantitäten solcher Beimengungen enthält, liefert nach dem Brennen einen Kalk, welcher beim Löschen nicht in dem Mäß an Volumen zulnimmt, als reiner, guter Kalk. Solcher mit größeren Mengen Verunreinigungen versehene Kalk fühlt sich nach dem Löschen zwischen den Fingern nicht fettig, sondern mehr sandig an und heißt dann magerer Kalk; s. d. Art. Kalkmörtel. Kalkstein, welcher Quarz oder andere Silikate enthält, liefert nach dem Brennen eine zusammengesinterte, sogenannte kodtgebrannte Kalkmasse, frz. Chaux morte, engl. dead lime, die sich zu Mörtelbereitung weniger, oft gar nicht anwenden läßt. Durch das Brennen verliert der Kalkstein 10—20%,% seines Volumens und „, bis die Hälfte seines Gewichts. Man brennt ihn 1. im Freien auf einem sogenannten Kalkrost, indem man etwa eine 90 enn. hohe Lage Holz aufschichtet, auf diese eine Schicht Kalksteine legt und das Holz anzündet: 2. in Gruben von 90— 120 em. Tiefe, welche mit einem Herd versehen sind; 3 in Meilern u. Feldöfen; man stellt dabei die Steine in Schürgassen zusammen, jedoch ist dieses Brennen unvortheilhaft wegen des vielen Feuermaterials, 4. in einem Kalkofen, den man verschieden formt. Die Dauer eines Brandes beträgt etwa 36.—40, auch 100 Stunden. Man feuert mit sogenanntem Schmauchfeuer an, dann aber mit Reisig und kleinem Spaltholz, wobei SIEIIoTHEE h, allerdings die Oberflächen der feucht beschlagenen Steine yr durch den aufsteigenden Rauch geschwärzt werden; bei starkem Flackerfeuer verliert sich jedoch die Schwärzung wieder; man läßt den Ofen nach länger oder kürzer unterd. haltener Weißglühhitze durch schwächeres Feuer abkühlen. 9. Sinkt der Kalk zufammen und die Flamme erscheint in bunten Farben, so ist der Kalk gar. Ziegel mit dem Kalk — zugleich zu brennen ist nicht rathsam, da der Kalk bei der hgroßen Hitze, den die Ziegel haben müssen, leicht todt ge1. brannt wird. Bei gut konstruirten Oefen rechnet man auf tt 20 Etr. Kalkstein ebm. Kiefernholz, etwas mehr Steinnkohle oder das zwanzigfache Kalkvolumen an Torf; f. übr. „d. Art. Kalkofen. Außer den Kalksteinen verwendet man zu edem Brennen des Kalks auch die Schalen der Muscheln, h.Austern u. anderer Konchylien. Das Brennen der Mus chelnschalen, wie es in Holland gebräuchlich ist, wird gewöhnlich in Gruben od. Meilern vorgenommen. Der aus Muscheln erzeugte Kalk ist stets etwas phosphorsäurehaltig, was e jedoch bei seiner Anwendung zu Mörtel von keinem „wesentlichen Nachtheil ist.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 134Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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