Kiefer, f., auch Kienbaum, Kienföhre, Kinne, Kühnbaum, Mändelbaum, Harzhaum, Festenbaum, Wirbelbaum, Rrähensichte, Krähsichte, Schleißföhre, Spanbaum, Sponbaum, Spiegeltaune, Förle, Föhre, alemannisch: Dale, Däle, Thäle, frz. pinastre, pin, m., engl. pine (Pinus sylvestris, Fam. Zapfenfrüchtler, Coniterae), ist einer unserer gemeinsten Nadelholzbäume, vorzüglich in den Niederungen auf sandigem Boden einheimisch und leicht vor den anderen einheimischen Gattungsverwandten dadurch erkennbar, daß seine 5—8 m. langen Nadeln zu je 2 beisummen stehen. Abarten sind: 1. dieschottische oder rothe K. (Einus slvestris rubra); 2. die Bergk. (P. montana); 3. die Weymuthk. (P. strobus); 4. die italienische K. (E. pinaster); 5. die Piniolenk. (P. pinea); 6. die Strandk. (E. maritima); 7. die Zir belk. (FP. Oembra); alle mit ziemlich gleichen Eigenschaften. 8. Schwarz k. (FP. nigra austriaca), auch Spierken gen., in Tirol der harzreichste Nadelbaum Europa's; 9. die Zwergkiefer, Krummholzkiefer (P. Mughus und P. Pumilio); 10. die amerikanische gelbe K. (E. mitis Michauz, F. ponderosa Dougl., engl. Fellow pine); 0,s spez. Gew., lebhaft hellgelb, sehr astrein; jetzt viel aus Amerika eingeführt, meist ziemlich rasch gewachsen, daher nicht sehr feinährig aber ziemlich astfrei. Das Kiefernholz, auch Grau⸗ Grünholz, Ziegenholz, Schlaisholz, Sponholz, ist zu Bau⸗, Werk⸗ und Nutzholz vorzüglich geeignet; als Brennholz übertrifft es die anderen Nadelhölzer; die fetten Wurzeln dienen zu Kienspänen und zum Theerbrennen, die Rinde zu Gerberlohe. Ueber Gewicht und Tragfähigkeit des Kiefernholzes s. d. Art. Festigkeit und Gewicht. Gutes Kiefernholz hält sich ganz im Trocknen fast 1200 Jahr, im Wechsel der Nässe und Trockenheit ungefähr 40 Jahr und ganz im Nassen wird es schwarz, steinartig; nach ungefähr 200 Jahren aber fängt es an zu bersten und zerhröckelt. Junges Kiefernholz sieht gelblich aus und hat Splint von weißer Farbe. Die Jahresringe sind auffallend stark und an ihren Rändern röthlich gefärbt. Die Markstrahlen find bei Kiefernholz kürzer als bei Tannen⸗ und Fichtenholz; ähnlich wie das letztere, hat es sowohl senkrechle wie wägrechte Harzgänge. Aelteres, reifes Holz ist röthlich und stark von Harz durchdrungen, des halb gut zu Arbeiten geeignet, die dem Wetter ausgesetzt sind. Es ist schwerer und härter, aber etwas spröder als Tannenholz und bearbeitet sich nicht so leicht, aber schöner als dieses. Ueber die Merkmale der Gefundheit des Kiefernholzes s. d. Art. Bauholz B. D. 1. Kieferholzwespe, k. s. d. Art. Holzwespe. KRieferneule, Katzeneule, Forlenle, Föhreneule, k., Waldverderber, m. (Noctua piniperda), Nachtschmetterling von 2¾ em. Flügelspannweite, 1¼½ em. Körperlänge, mit deutlichem Eulenkragen; Vorderflügel und Vorderleib braunroth und weiß gefleckt, Hinterleib und Hinterflügel dunkelbraun; auf den Vorderflügeln ein weißer Halbmondfleck. Die ausgewachsene Raupe ist fast 3 am. lang, grün, mit 2 orangefarbenen und 5 (bis 7) weißen Längsstreifen. Die Raupen werden vorzüglich jungen Kiefernbeständen sehr schädlich, da sie die Maitriebe derselben zerfressen. Man sammelt sie mitunter scheffelweise, um sie zu vernichten. Gluckt, k. (Bombyx Pini L.), vgl. d. Art. Fichtenspinner. Die ausgewachsene Raupe ist über 7 om. lang, aschgrau bis braunroth. Auf dem Rücken stehen vom vierten Ring an dunkle Flecke von Herzform. Zwischen je zweien ist ein heller Fleck. Die ganze Raupe ist mit langen Haren bedeckt, Büschel derselben zwischen dem zweiten und dritten Ring und ein anderer in der Mitte des elften Ringes sind stahlblau. Diese Häre brechen leicht ab, stechen sich in weiche Hautstellen ein und erzeugen hier Jucken und Geschwulst. Die K. treten in manchem Jahr in solchen Mengen auf, daß ganze Kiefernwaldungen durch wiederholtes Abfressen der Nadeln zum Absterben gebracht werden. Der Forstmann sucht ihre Zahl zu mindern, indem er die an der Borke abgesetzten Eier, die im Moos am Grund der Bäume überwinternden Ranpen und die auf den Zweigen fressenden Raupen, sowie die am Tage stillsitzenden Falter, sammeln und tödten läßt.