FeedKunst vor; ihre Kirchen sindeinfach
ReligionBau-Lexikon 1881

Kunst vor; ihre Kirchen sindeinfach, ohne besondere Thurmanlage, ohne Emporen, ohne Krypta, meist nur mit einem Dachreiter versehen. Eigenthümlich ist ihnen die Anlage vieler Altarkapellen, und zwar entweder in einer Reihe alif der Ostseite der meist ziemlich langen Querschiffe, oder auch rings um den Chor herum, sowie der meist rechtwinklige Chorschluß, bes. dieser Seitenkapellen, s. Fig. 2340 2342. Bunte Glasmalerei war verboten, dagegen Grau in Grau ausgeführte gestattet; Laien, besonders Frauen, durften die K. nicht betreten. Daher findet man in der Kirche meist einen hohen Letiner, der einen Theil des Schiffs abschneidet, hinter welchem die Frauen blieben, oder in geringer Entfernung von den Cisterzienserklöstern eine besondere Laien⸗(Frauen⸗) Kapelle. Augustiner gaben ihren Kirchen gern einen Centralthurm, jedenfalls aber ein ausgeprägtes Kreuzschiff. Bettelmönche (Franziskaner und Dominikaner) bauten ihre Klöster meist in Städten; ihre Kirchen sind besonders für die Predigt berechnet, namentlich bei den Franziskanern oft zweischiffig, selten kreuzförmig im Grundriß. Die Seite hinter der Kanzel hat oft keine Fenster. Das Altarhaus ist meist einschiffig, etwaige Seitenkapellen, wie sie bei größeren Anlagen, Fig. 2843, wohl vorkommen, sehr niedrig, eine Krypta nie vorhanden; der Thurm, wenn ein solcher überhaupt vorhanden, ist nur schmal und einfach und steht auf der Langseite beim Anfang des Chors. Die Karthäuf erkirchen haben eine ganz besonders ausgebildete Choranlage, oft deren zwei, s. K und L in Fig. 2341. In den Nonnenklosterkirchen, besonders der Benediktinerinnen und Cisterzienserinnen, steht meist am Westende für den G hordienst der Nonnen eine Empore mit Altar, die sich oft fast über das ganze Langhaus erstreckt, für die nicht diensthabenden Nonnen Emporen in den Seitenschiffen, dicht vergittert, gleich dem Chor für die Sängerinnen losterschule, 4. s. d. Art. Schule. Klote, f. (Schiffb.), frz. pomme f. gougée, engl. truck, ital. bertoglio, heißen kleine kugel⸗ oder cylinderförmige, durchbohrte Hölzer, die zur Leitung eines Taues dienenu. in Rackkloten oder Raakloten und Wantkloten eingetheilt werden, je nachdem sie an den Raaen oder Wanten angebracht sind. Kloths, s Parzen. Aloh, m., I. frz. loe, billot, picot m.ete., engl. log, block, trunk, s. v. w. Block, s. d. Art. Block 1, 2, 3. 4, sowie Sägeblock. — 2. frz. clei, entremise, engl. hOCR (Schiffb.), kurzes Holz, welches irgendwo zu Befestigung oder als Unterlage angebracht wird, so werden die Kielklötze (auch Todtholz genannt) zwischen die Gabelhölzer zu beiden Enden des Kicls gelegt, um die Verkleidung desselben daran zu spickern. — 3. (Bergb.) großer Fäustel. — 4. Deutsch-russische Benennung einer Art Ziegelsteine, welche 28 cm. lang, 7 cm. breit und 7 em. dick sind. — 5. Arbeitstisch der Drahtzicher. — 6. f. v. w. Deichzapfen, s. d. Art. Teich. Klatzgerinne, n. (Mühlb.), unterschlächtiges Gerinne aus einem ausgehöhlten Baumstamm. Klohpflaster, n., s. Pflasterung und Holzpflaster. Klohstufe, 1.,f. d. Art. Blockstufe und Anfangsstufe. s. v. w. Schlitten bei Sägemühlen. Kluben, 3. (Schiffb.), s. v. w. Klammer od. auch s. v. w. Klammerhaken. Aluft, 4. 1. Spalte, Abgrund od. Riß. — 2. frz cope, 4. siége, m., kente, f. engl. bar, fault, slide (Bergb.), das Gestein durchsetzende Risse und Spalten. Dieselben werden Erzklüfte vderedle Klüfte genannt, sobald sie mit Erz gefüllt sind; Gänge, wenn sie über ,3 Lachter Breite haben; taube Klüfte, wenn sie mit taubem Gestein angefüllt sind; faule Hlüfte heißen die eine mürbe Bergart führenden; mit schmierigem Letten angefüllte Schmerklüfte; die Wasser führenden (tragenden), franz. kendent, engl. Case, feeder, nennt man Wasff erklüfte oder Gangelüfte; die leeren aber dürre, ofene oder ibliothek Heidelberg DFC trockene; durchkreuzen sie einen Gang, so heißen sie Kreuz⸗ oder Querklüfte; führen sie nach dem Tageslicht aus, Hängeklüfte, Tageklüfte, Tagehänge. — 3. (Forstw.) f. v. w. Holzscheit. — 4. (Hüttenw.) s. v. w. Gießzange. — 5. Zange mit geraden Backen, womit der Nagelschmied die großen Nägel in das Loch des Nabeleisens setzt. — 6.(Maurer u. Zimmerl.) s. v. w. Schmiege. Aluftdamm, m., Kluftmittel, n., 1. (Schleusend.) beim Graben eines Kanals kleine Querdämme, welche man in Entfernungen von 50—100 Schritt zu Abhaltung des sich zeigenden Quellwassers stehen läßt. — 2. (Deichb.) Damm von Erde und Buschwerk, durch welchen eine Insel mit dem festen Land verbunden wird. — 3. s. d. Art. Fangedamm. Aufte, f. (Deichb. u. Wasserb.), s. v. w. Sode. Alnstholz, n., frz. bois m. de fente, engl.splittimber, s. Spalteholz.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 195Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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