FeedOrlean
Haus & KücheBau-Lexikon 1881

Orlean, m., Attola, Achiotti, Aschiota, Rucu, Arnotta, Arueu etc., franz. anotto, roucou, engl. annotto, violett, hoch-und feuerrother Teig, kommt aus Westindien, gewonnen aus dem Orleanbanm (Bixa orellana, Fam. Bixi-⸗ neae, Orleangewächse), dessen Samen in der Kapsel zwischen einer markigen Materie steckt. Diesen Samen legt man acht Tage in Wasser, bis dies anfängt zu gähren. Der Farbestoff wird durch Stampfen und Umrühren von den Körnern gelöst und durchgesiebt. Das so gewonnene Farbewasser wird in einem Kessel gekocht, der Schaum abgeschöpft, nochmals gekocht und dabei stark umgerührt, damit er nicht verbrennt; dann läßt man ihn in Schüsseln erkalten und macht Klumpen daraus. Das Orleangelb löft sich leichter in Weingeist als in Wasser auf; durch Zusatz von Laugenfalz wird das O. orangegelb, giebt keine feste Farbe, ist auch in Terpentin und fetten Oelen lösbar und wird zu Lackfirnissen gebraucht. Ueber gelbe Holzbeizeaus O. s. d. Art. Beize 27.und 28. Isabellfarbig wird dieselbe durch Zusatz von 33 g. Wasser und eben so viel Weinessig, vielleicht auch etwas Alaun.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 478Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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