
Osteria, f., ital., Gasthaus, Schenkhaus. Aufnahme von O. Mothes. 490 kannte man in Parma bereits monasteria gothorum. 534 berief Clothar gothische Künstler nach Rouen etc.,doch alles das sind blos Nachrichten, ohne daß wir die Form kennten. 493 jedoch kam Theoderich mit seinen Ostgothen nach Ravenna. Ob er Bauverständige mitbrachte, wissen wir nicht. Die Bauten der Ostgothen in Ravenna u. Umgegend stammen aus der Zeit von 493— 560. Als Theoderich der Große nach Ravenna kam, bestanden dort schon einige lateinische Basiliken, vielleicht auch schonarianische Kirchen; dieselben erschienen aber zu klein für das Bedürfnis der Einziehenden. Theoderich ergriff daher zunächst Besitz von der Theodoruskirche, da diese aber nicht ganz für den arianischen Ritus paßte, mußten neue Kirchen gebaut werden, zunächst ein Baptisterium an der Theodoruskirche selbst. Die Stadt war wohlhabend u. die altchristliche Kunst blühte daselbst. Die Ostgothen brachten byzantinische Bildung mit u zogen byzantinische Künstler aus Konstantinopel und dalmatinische an sich, beschäftigten aber auch die einheimischen. Unter dem kunstliebenden Theoderich und seinen Nachfolgern entstand nun bald eine große Anzahl von Bauten, die zum größten Theil ein sehr interessantes Gemisch von altchristlichen und byzantinischen Elementen zeigen. Die prachtvollste unter rich gebauten Kirchen ist S. Martino ciel d'oro, jetzt S. Epollinare dentro genannt. Hier sind die Säulenfüße in der Hauptsache attisch, doch unter Weglassung des obern Torus und unter Verstärkung des Plinthus; die Kapitäle weichen ebenfalls wenig von den korinthischen ab zeigen aber doch schon dasStreben nach einem Ausdruck für die Veränderung der Funktion, die darin Architrav, sondern ein quadratischer Kämpferwürfel — nach oben breit, also als umgekehrte abgestutzte Pyramide gestaltet —auf das Kapitäl drückt. Dieser Würfel trägt Fig. 2731. ein Kreuz; von der Vom Palast des Theoderich in Ravenna. architravirten Bogenchambranle stoßen nur die zweierst Platten auf den Kämpfer auf, die dritte Platte u. das Deckglied kröpfen sichum. Die Antenkapitäle zeigen die Evangelistenthiere statt der Eckvoluten 2c. An der Basilika des Herkules erscheinen die Blätter der Kapitäle sehr lebhaft, wie im Sturm bewegt, der Kämpferwürfel ist als steife Kehlleiste profilirt und mit Eckblättern besetzt zwi schen denen, wie an sast allen Kämpferwürfeln, ein Kreuz sitzt. Von den Palästen Theoderichs zu Verona, Spoleto und Terraeina sind zwar Reste erhalten, die aber nicht so prägnante Beweise für die Formgebung bieten, wie der Palast zu Ravenna, Fig. 2730. Die bereits zu dem Artikel Altchristlich unter Fig. 143 bis 145 gegebenen Details von diesem SIELIOTHEK HEIDELBERG ten Palast ergänzen wir hier durch Fig. 2731, Eckpfeiler und 9. 2734. Grabkirche des Theoderich. Hauptportals. Bei weitem roher ersche Ansano in Spoleto, viel feiner di Details: a— vom Grab des gahänderr Apollinare in Classe; pu. g in den Vitale. einen gen wurde die Architravirung weggelassen u. statt dessen ie an stino Grundriß (vreznell 2734 die Ansich sicht im jetzigen ten. Details geben. und Im Art. Byvon zantinisch haavi-ben wir in Fig. ach⸗ 1030 und 1031 gder Grundriß und Durchschnitt, in del⸗ Fig. 1042 eine zlie-Säule aus der ch geben. Hier ge⸗ Fig. 2336. Säule aus San Vitale in Ravenna. lich ben wir in Fig. nd; 2735 p u. q zwei Simsdetails, in Fig. 2736 eine andere Bö⸗ Säule derselben Kirche und in Fig. 2735r ein Gurtsimsatsbibliothek Heidelberg DFC proftl ebenfalls aus Ravenna. Fig. 2735m, u u. O sind u aus der um 535 erbauten Kirche S. Apollinare in Classe ü überhaupt, befonders aber auf die Entwickelung des romanischen Stiles bezeichnet. Wegen dieser allerdings selbst noch in den letzten Jahren bestrittenen Wichtigkeit durfte diese Baugruppe hier nicht übergangen werden.




