
Ostiarium, n., ostialis, f., lat., Thürvorhang, besonders an einer Kirche. ten. Die für gewöhnlich unter dem Namen Ostindienzusammen⸗ gefaßten Landstrecken bilden eine von der übrigen Kulturwelt vollständig abgeschlossene Gruppe. Schon sehr zeitig scheint dort eine gewisse Kultur geblüht zu haben; der Gesetzgeber Menu lebte ungefähr gleichzeitig mit Lykurg. Ueber kein Land aber ist wohl bezüglich seiner Kulturgeschichte so viel gefabelt worden, wie über Ostindien. Die neuerdings erfolgten Aufklärungen über die älteste Kulturgeschichte Indiens, soweit sie für die Baukunst von Interesse sind, s. in d. Art. Buddhistisch, Dschainistisch und Indisch. Persien und Parthien beschützten Indien vor dem Einfall Roms, und so blieb sein Kulturgang ungestört von westlichen Einflüssen. Die Einwohner Indiens entstammten zum Theil der Tamulrasse, zum andern Theil der arischen Rasse, welche beide keine Bauten aufführten, bis Sakyah Muni auftrat. Seit dessen Auftreten beginnt die Geschichte ostindischer Kunst, welche demnach in folgende Gruppen zerfällt: A. Buddhistische Bauweise, welche in Indien selbst ihren Ursprung nahm, sich aber über Birma, Siam, Tibet, Ceylon, Java und die anderen Inseln des Indischen Archipels, endlich auch nach China u. Japan verbreitete ind mehr oder weniger bis zum heutigen Tag in Ausübung begriffen ist; s. dar. d. Art. Buddhistisch, Chinesisch, Japanisch, Siamesisch. B. Die buddhistisch-malayische Bauweise, auf den Inseln, zum Theil mit siamesischen und kaschmirischen Elementen dermengt; s. d. Art. Malayisch u. Indisch C. C. Dschainistische Bauweise, entstanden aus einer Vermischung und Umänderung buddhistischer und brahmaistischer Formen; s. d. Art. Dschainistisch. an Apollinare in Classe bei Ravenna. D. Brahmaistischer Stil, gewöhnlich schlechtweg indischer Baustil genannt; s. d. Art Indisch A. und B. H. Nenindischer oder ostindo-mohammedanischer Stil; s. den folgenden Artikel. oslindo-mohammedanischer Stil Während der Dauer des römischen Reiches waren die Ostindier unbehelligt ihrer eigenen Kulturentwickelung überlassen geblieben, obgleich ihr Reich von zwei großen Wanderstämmen, den Tataren und Arabern, flankirt war. Mohammeds Auftreten veranlaßte die Araber, ihre Grenze zu überschreiten und sich über Syrien, Aegypten und Persien auszubreiten. Kaum drei Jahrhunderte später waren alle östlichen Reiche der Mohammedaner unter der Herrschuft von Tataren. a) Minars u. Moscheen. Erste Periode, hindu-tatarische auch Bokhara selbständi Achmed gründete die sama riß sich Sabuktadschin ursprünglich Türken sklave, dann Statt halter der Samanide in Ghazni, von seinen Herrscher los und gründete die Dynastie der Ghaznaviden. Sein Nachfolger Mahmud begann 997 die Eroberung Ostindiens. Er gründete eine Universität in Ghazni und zahlreiche Bauten erhoben sich. Die Reste derselben sind leider noch sehr unbekannt. Nur zwei Minars stehen noch aufrecht, beide einzeln blos als Siegeszeichen errichtet. Die untere Hälfte hat zum Grundriß ein Achkort und ist etwa 20m. hoch; die obere, etwa 22½ m. hohe Hälfte hat die Gestalt einer verjüngten Säule. 2739. Moschet zu Achmede endlich 1183 von Shahab Ghorierdynastie gründete, die Erbegann, 1193 den Raja te Pirthay von Delhi stürzte und bis 1206 fast ganz Indie ig erobert hatte. Nach seinem Tod zerfiel sein Reich u. Kootub Uddin bekam Indien; von Ursprung türkischer Sklave, n, war er besonders großer Feldherr, vollendete die begonnene Eroberung u. gründete die Pathandynastie. Er baute inmitten des Palastes des Raja Pirthay die Siegessäule, en jetzt Kootub Minar genannt, s. Fig. 2738,14½ m. unterer restauriren. Die Ruinen desselbenzeigen jetzt nochindische Pfeiler, ähnlich denen von Mount Abuf, s. d. Art. Dschainistisch, welche da, wo sie blos schlichte Hallen bilden, noch den indischen wägrechten Plattenbeleg tragen. An einzelnen Stellen aber sind ein oder vier solcher Pfeiler weggelassen u. über den dadurch entstehenden großen Quadraten durch Ueberkragung von Steinbalken Rundungen erzeugt, die mit Kuppeln in niedrigem Spitzbogen besetzt sind. Die vom Kootub neu aufgeführten Moschéenwände zeigen in ihren . in das Viereckein⸗ . ogen. Dergrößte Steinen gewölbt, sondern durch Ueberkragung geschlossen.

