Vermehrung der Pflanzen nennt man in der Gärtnerei jede Operation, welche den Zweck hat, Pflanzen auf mechan. Wege, also in anderer Weise, als durch Aussaat, zu vervielfältigen. Sie besteht im allgemeinen darin, daß man gewisse Teile von Gewächsen zu selbständigen Individuen erhebt und ist insofern von Wichtigkeit, als man auf diesem Wege einesteils in viel kürzerer Zeit zu kräftigen Pflanzen gelangt und auch Varietäten mit allen ihren Merkmalen fortpflanzen kann, was durch Aussaat nicht immer gelingt. Zu den Formen dieser Vervielfältigungsweise gehört auch die Veredelung (s. d.). Die Vermehrung der Pflanzen geschieht durch Stecklinge (s. d.) oder durch Ableger. (S. Ablegen.) Eine andere Art der Vermehrung ist die Teilung des Wurzelstocks, d. i. des unterirdischen Stammes vieler ausdauernder Kräuter. Derselbe erzeugt meistens zeitig im Frühjähre, oft schon im Herbst an seinen Asten Knospen, die später zu Sprossen auswachsen. Abgetrennte mit Würzelchen besetzte Teile des Wurzelstocks können als selbständige Pflanzen betrachtet werden. Auch Gewächse, deren unterirdischer Stammteil die Form einer Zwiebel (Lilie, Tulpe u. a.) oder einer Knolle (Georgine) angenommen hat, erzeugen Knospen, welche sich allmählich zu Gebilden derselben Art ausbilden und zur Fortpflanzung benutzt werden.