
Rientenscheibe, k., frz. poulie, f. engl. sheavedrum, pulley. Eines der einfachsten Mittel, die Bewegung einer Fig. 2950. Fig. 2951. geschwindigkeiten beider um-Die Treibriemen werden entweder offen (Fig. 2950) oder verschränkt, gekreuzt (Fig. 2951), übergelegt. In ersterm Fall drehen sich beide Räder A und B nach gleicher, in letzterm a und b nach entgegengesetzter Richtung. Der verschränkte Riemen muß beim Auflegen einmal um sich selbst herum gedreht werden. Die treibende Ursache des Riemens ist allein die Reibung; ist diese nicht stark genug, so kann der Riemen noch eine Bewegung gegen die Scheibe annehmen, er kann rutschen. Daher muß die Reibung bezogen auf einen Kreis vom Halbmesser 1, ist ferner der Reibungskoeffizient, P die Spannung des Riemens, L die fortzupflanzende Leistung, e die Umdrehungsgeschwindigkeit, so muß sein: 50— 1) V, wobei 2 2,1628 .. die Grundzahl der natürlichen Logarithmen bedeutet. Damit also der Riemen gut treibe, so müssen die Spannung, die Umdrehungsgeschwindigkeit, der Umfassungsbogen und die Reibung möglichst groß sein, doch darf man die letztere nicht durch rauhe Oberflächen zu vermehren suchen. Da die Riemen, bes. wenn sie noch neu sind, sich dehnen, so muß man dieselben von Zeit zu Zeit nachspannen. Bei zusammengeschnallten Riemen hat dies keine Schwierigkeit; sind dieselben aber, wie jetzt gewöhnlich, zu Vermeidung des durch die Schnalle erzeugten Ruckes, zusammengeschraubt, so hilft man sich durch die sogen. Spannrollen (Fig. 2952), an einem Winkelhebel mit Gegengewicht. Bei gekreuzten Riemen sind zwei solche Rollen nöthig. Als Material zu den Riemen wird meist Leder verwendet, am besten lohgares Kernleder. Surrogate sind: Kautschuk, Guttapercha, baumwollene oder hanfene Gewebe, welche mit Kautschuk überzogen und getränkt sind. Bei der Ausführung giebt man den Kränzen der Scheiben nur so viel Stärke, daß sie sich im Guß nicht werfen, macht aber die Außenfläche etwas konvex, damit der Riemen durch die Centrifugalkraft auf der Mitte derselben erhalten werde. Die Arme werden gerade und radikal hergestellt oder gekrümmt. Bei Arbeitsmaschinen, wo d.Umdrehungszahl der getriebenen Welle nicht stets dieselbe sein soll, wendet man die sogen. Stufenscheiben an; um dabei bei dem Wechsel des Radhalbmessers nicht die Riemenlänge ändern zu müs⸗ Fig. 2952. Riemenscheibe mit Spannrolle. sen, ändert man den Scheibendurchmesser nach bestimmtem Gesetz. An der Hauptwelle der Arbeitsmaschinen haben außerdem die Ren meist noch eine zweite Scheibe neben sich, welche lose auf der Welle geht, so daß man den Riemen leicht von der festen Scheibe auf die andere werfen und dadurch die Bewegung aufheben kann. Zu den Rin gehören auch die Schnurscheiben, deren endlose Schnuren in einer Auskehlung von keilförmigem Querschnitt laufen.

