Kamin, die einfachste Vorrichtung zur Zimmerheizung, bestehend in einem gegen das Zimmer zu offenen, übrigens von gemauerten oder eisernen Wänden umschlossenen, bald ganz in die Wand vertieften, bald teilweise oder ganz aus derselben vorspringenden Feuerherd. Zum Abzug des Rauchs und der Feuerluft nach dem Schornstein dient eine hinten angebrachte offnung, die bisweilen mit einem weit vorspringenden Mantel überdeckt ist. Die Kaminheizung ist sehr unvollkommen rücksichtlich öonomischer Benutzung des Brennstoffs gegenüber guten Stubenöfen, indem das Feuer im K. nur vermöge direkter Ausstrahlung der Wärme heizt, ohne einen Wärmevorrat durch Leitung an einen festen Körper (wie bei geschlossenen Feuerungen) abzugeben, weshalb das gleichmäßige Durchwärmen eines Zimmers bei Kaminheizung nicht erreicht wird. Eine wesentliche Verbesserung ist es daher, den K. mit einem dahinterstehenden Ofen rmißt, sind unter C aufzusuchen. 4* zu verbinden, durch dessen Zugkanäle die heiße Luft aus dem K. dem Schornsteine zuströmt oder der noch mit einer besondern Feuerung versehen ist (Kaminofen). In England und Frankreich sind die K. sehr beliebt und mehr als Ofen gebräuchlich, weil man den erheiternden Anblick des freibrennenden Feuers liebt und den Kaminsims zur Aufstellung von Ziergegenständen (Spiegeln, Uhren, Vasen u. s. w.) benutzen kann. Kamineinsätze sind die eisernen, gewöhnlich im halben Achteck geformten eisernen Rückwände in Marmorkaminen und Kaminöfen, welche zugleich zur Aufnahme des Rostes und Korbes dienen; Kaminbänke dagegen die bei Holzfeuerung zum Auflegen der Scheite dienenden eifernen oder bronzenen Ständer, welche man bei neuern K. als Dekoration beibehält. Zuweilen wird K. auch gleichbedeutend mit Schornstein gebraucht oder mit dem bei Außenfeuerung von Ofen üblichen Vorgelege.