Kahlenberg oder Kalenberg heißt der nordöstlichste, bis an die Donau reichende Ausläufer der Norischen Alpen in Unterösterreich, zum Teil auch unter dem Namen des Wienerwaldes (Mons Cetius bei den Alten) bekannt. Die äußersten Grenzpfeiler treten zwischen Wien und Klosterneuburg an die Donau unter dem Namen der Kahlenberge, die durch herrliche Waldscenen und Aussichten berühmt sind, und von denen der letzte Leo-⸗ poldsberg (von Kaiser Leopold I.), der vorletzte Kalenberg oder auch Josephsberg (von Kaiser Joseph I.) heißt. Von Grinzing führt eine beueme Straße, vom Donauufer bei Nußdorf eine ahnradeisenbahn hinauf. Der Leopoldsberg steigt unmittelbar aus der Donau 423 mhoch empor und trägt auf dem Grundgemäuer der alten Burg der Markgrafen von Ssterreich eine Kirche. Auf dem K., der jetzt ein Dorf, Josephsdorf, mit einer alten Kirche enthält, sammelten sich 3. Sept. 1683 die Heerführer des Entsatzheeres vor der Türkenschlacht zu einem gemeinschaftlichen Gottesdienst, wie dies durch eine Inschrifttafel an der Kirche bezeugt ist. Am Fuße liegt, nur 7 Kmoberhalb Wien, das Dorf K.oder Kahlenbergerdorf, Station der Linie Wien-Budweis-Pilsen-Eger der Kaiser-Franz-Joseph-Bahn, mit 580 E., die Wein bauen, mit einer Zuckersiederei und einem bedeutenden Steinbruch. Hier soll, der Sage nach, um 1330 als Pfarrer Wigand von Teben (an der Marchmündung gegenüber Hainburg), ein Günstling Herzog Ottos des Spanont (gest. 1339), gelebt und seine lustigen Späße und Possen getrieben haben. Diese Schwänke, in denen sich das Historische vom Erfundenen nicht mehr unterscheiden läßt, wurden später, kaum vor Anfang des 15. Jahrh., von Phil. Frankfurter gesammelt und in Reime gebracht. Das Buch erschien unter dem Titel „Der Pfaffe von Kalenbergo zuerst ohne Ort und Jahr vor 1500; die erste datierte Ausgabe ist Frankfurt 1550. In erneuerter Sprache ließ es von der Hagen in dem „Narrenbucho (Halle 1811) abdrucken. Das Gedicht bildet ein Mittelglied zwischen dem Pfaffen Amis vom Stricker