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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Kain, nach der biblischen Sage Adams und Evas erstgeborener Sohn, ein Ackersmann und mit seinen Nachkommen Begründer des seßhaften Lebens und weltlicher Kultur. Er soll seinen Bruder Abel (s. d.) aus Neid über ein Gott wohlgefälliges Opfer desselben ermordet haben und zur Strafe dafür von Gott verflucht und in das Land Nod weggetrieben worden sein, wo er die Stadt Hanoch erbaut habe. Als sein Sohn wird ebenfalls Hanoch genannt. Die rabbinische Üüberlieferung läßt ihn bald von seinem Enkel Lamech bei der Jagd getötet werden, bald wieder ein sehr hohes Alter erreichen und sogar bis zur Sintflut leben. Nach ihm nannte sich eine gnostische Sekte des 2. Jahrh. n. Chr. Kainiten. Diese, ein Zweig der sog. Ophiten, erblickten in K. und allen Gottlosen des Alten Testaments bis auf Judas Ischarioth die vom Demiurgen verfolgten Geistesmenschen, welche sich nur der unberechtigten Tyrannei jenes beschränkten und untergeordneten Wesens hätten entziehen wollen. Kainardschi, s. Kutschuk-Kainardschi. Kainit (von ννοe, neu), ein 1865 von Zincken entdecktes, im Abraumsalz des Steinsalzlagers zu mißt, sind unter C aufzusuchen. Staßfurt und Leopoldshall und zu Kalusz in Galizien massenhaft sich findendes, dem monoklinen Krystallsystem angehöriges Mineral, das eine der wertvollsten unorganischen Kaliquellen bildet. Es besteht aus 36,3 Proz. schwefelsaurem Kali, 25,3 Proz. schwefelsaurer Magnesia, 18,9 Proz. Chlormagnesium (auch kleine Mengen von Brommagnesium) und 19,5 Proz. Wasser. Man verarbeitet den K. in den chem. Fabriken auf schwefelsaures und auf kohlensaures Kali und auf Düngefabrikate.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 9Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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