Kaiserchronik, deutsches Gedicht des 12. Jahrh., um 1147 von einem bayr. Geistlichen wahrscheinlich in Regensburg verfaßt. Anknüpfend an die Reihenfolge der röm. und deutschen Kaiser, die mit Konrad III. schließt, aber eine vielfach verworrene ist und sagenhafte Gestalten einmischt, gibt es namentlich für die röm. Geschichte mehr Sagen und Legenden als Geschichte und wird erst auf deutschem Boden glaubhafter. Die Hauptquelle ist das Chronicon Wirzuburgenser, neben welchem der Dichter aber eine Anzahl älterer deutscher Dichtungen benutzte, die er, wie die schöne Legende von Crescentia, zum Teil caal ud aufnahm. Das Werk fand großen Beifall und erfuhr noch im 13. Jahrh. eine Umarbeitung in reine Reime und eine Fortsetzung bis auf Friedrich II. Herausgegeben ist die K. nach der Vorauer Handschrift von Diemer (Wien 1849) und unter Benutzung sämtlicher Quellen, auch der jüngern Umarbeitungen, mit wertvollen Sagenerörterungen von Maßmann (3 Bde., Quedlinb. 1849—53). Vgl. Welzhofer, Untersuchungen über die deutsche K.v» (Mun 1874); Debo, «über die Einheit der K.»(Graz 1877).