Konrad von Ihenenhnrr einer der formgewandtesten deutschen Dichter des Mittelalters, von großer Produktivität, läßt schon den Verfall der mittelhochdeutschen Poesie in seiner gedehnten, spielenden und überkünstelten Dichtweise bemerken, ist aber vielleicht der vollendetste Meister der Sprache und des Versbaues und schloß sich in seiner Dichtweise an Gottfried von Straßburg an. K. starb 1287 zu Basel, wo er ein später nach ihm benanntes Haus besaß. Sein letztes, nicht von ihm beendetes Gedicht vom Trojanischen Kriege, von dem ein Teil zuerst in Müllers Sammlung altdeutscher Gedichter (Bd. 3) erschien, ist durch Roth und Keller (Stuttg. 1858, Anmerkungen von Bartsch, Tüb. 1877) vollständig herausgegeben. Gleichfalls unvollendet ist die auf altfranz. Quelle beruhende Dichtung Partonopier und Meliur (herausg. mit den Liedern und Sprüchen, dem Turnei von Nantheiz und Sant-Nicolaus von Bartsch, Wien 1870). Am bedeutendsten zeigt sich K.s dichterischer Beruf in seinen erzählenden Dichtungen geringern Umfangs, unter denen der aus einem höchst seltenen alten Drucke (Frankf. 1573) von Haupt (Lpz. 1844) hergestellte Engelhardo wohl die erste Stelle einnimmt. Nächst diesen sind zu erwähnen: «Otto mit dem Barto (herausg. von Hahn, Quedlinb. u. Lpz. 1838; von Lambel in „Erzählungen und Schwänkey, 2. Aufl., Lpz. 1883); „Der Welt Lohnv, eine allegorische Erzählung, deren Held der Dichter Wirnt von Grafenberg (s. Wigalois) ist (herausg. von Roth, Frankf. 1843); die Legenden von „«Silvestero (herausg. von W. Grimm, Gött. 1841) und von «Alexiuso (herausg. von Haupt in der Zeitschrift für deutsches Altertumv, Bd. 3, Lpz. 1843). K.s Lobgedicht auf die Jungfrau Maria: Die goldene Schmieder, das, lyrisch-didaktischen Inhalts, in kurzen Reimpaaren abgefaßt ist, hat W. Grimm (Berl. 1840) herausgegeben.