Kaleidoskop (griech., d. i. Schönbildschauer) nannte Brewster in Edinburgh das von ihm 1814 erfundene und 1817 bekannt gemachte katoptrische Instrument, welches aus einer inwendig geschwärzten Röhre besteht, mit zwei ebenen Spiegeln, die durch die Länge der Röhre reichen und gegeneinander unter einem spitzen Winkel geneigt sind, während auf der Objektivseite sich zwei plane Gläser befinden, von denen das eine unmittelbar die Spiegel berührt, und das andere, welches matt sein muß, in einiger Entfernung absteht. Zwischen diesen beiden Gläsern befinden sich verschiedenfarbige Glasstückchen, Glasperlen, Moosblättchen u. dgl. m., von welchen, so unordentlich sie auch liegen mögen, die Spiegelbilder stets vervielfacht und um den Scheitel des Winkels, den die beiden Planspiegel miteinander machen, in einer Kreislinie symmetrisch geordnet erscheinen. Die Bilder eines jeden zwischen den Spiegeln befindlichen Objekts treten so vielmal vervielfacht auf, als der Kreisbogen, sierten Spiegel (s. beistehende Figur) miteinander einen Winkel von 72“, so hat man 360:72 = 5, mithin, nach Abzug des Gegenstandes A, 4 Bilder, und zwar in B und B,, C und Cu. Die Konstruktion dieser Bilder erfolgt nach dem Spiegelgesetz, wonach ein in O befindliches Auge von dem Objekt A im rechten Spiegel das Bild B und im linken das Bild Bi sieht. Letzteres Bild verhält sich jedoch für den Spiegel rechts wieder als Gegenstand und gibt das Bild C, und ebenso bringt der linke Spiegel von Bild B das Bild CI. Von diesen zweiten Bildern entstehen hier keine weitern Bilder, weil ihre Strahlen nicht mehr die Spiegel treffen können. Da die in solcher Weise vervielfältigten Spiegelbilder eine arabeskenartige Figur bilden, welche sich bei der geringsten Verrückung der sie erzeugenden Gegenstände verändert, so gewährt das K. eine angenehme Unterhaltung; auch kann es dem Zeichner von Rosetten, Arabesken und Mustern als Fundgrube dienen, wesalb man es auch h der Tianren kanghi nennt. ür das Nachzeichnen der Figuren tauglicher sind die Modifikationen des K., und zwar das Ideador von Rupprecht in Nürnberg (1848), das Debuskop von Debus zu Schönberg im Großherzogtum Hessen (1860), das in Paris erfundene Chromatoskop (1861) und das Typoskop von Emsmann in Stettin (1862) u. a. m. Als die Vorläufer des K. lassen sich die Winkelspiegel Portas (um 1560), die alten Spiegelbüe alten Gukerla ansehen.