Anamorphose (grch.) nennt man eine nach optischen Gesetzen derart verzerrt gezeichnete Darstellung eines Gegenstandes, daß sie, von einem gewissen Standpunkte aus oder durch gewisse optische Hilfsmittel gesehen, richtig und ohne Verzerrung erscheint. Betrachtet man sich z. B. in einer cylindrischen spiegelnden Fläche, so wird das Gesicht schmal und langgestreckt erscheinen. Wenn man dagegen einem solchen Cylinderspiegel eine Zeichnung gegenüberhielte, auf welcher ein Gesicht so vielmal breiter gezeichnet wäre, als es durch den Spiegel verschmalert wird, so muß dieses verzerrt gezeichnete Gesicht im Cylinderspiegel richtig erscheinen; in ähnlicher Weise verhält es sich mit Kegel⸗ und Pyramidenspiegeln u. s. w. Derartige für Cylinder⸗ und Kegelspiegel konstruierte A. nennt man katoptrische. Leupold erfand (1714) für die Zeichnung solcher A. ein eigenes Instrument. A., welche mittels Glaspolyeder richtige Zeichnungen geben, heißen dioptrische. Wenn die A. so konstruiert sind, daß sie ohne Hilfe von Instrumenten, nur von einem berechneten Standpunkte aus, richtige Bilder geben, „Zerrschriften und Zerrbilder, welche nur bei einer gewissen Haltung des Auges richtig erscheinen, )Rferner die Streifenbilder, welche coulissenartig aufrgereiht, von vorn, von links und von rechts betrachtet, je ein anderes Bild geben u. s. w. r1Metamorphose (s. unter Metamorphose).