Kalk abgesonderte Lösung liefert nach dem Ver⸗ „dunsten zu einem spezifischen Gewicht von 1,42 bis 1,½46 die Kalilauge Liquor Kali caustici. Wird letztere in einer aus reinem Silber angefertigten Schale weiter eingekocht, bis ein Tropfen beim Erkalten sofort erstarrt, und dann unter beständigem Rühren erkalten gelassen, so ist der pulverige Rück⸗ „stand das trockene Kalihydrat, Kali causticum siccum; oder gießt man die geschmolzene Masse in Stangenformen, so erhält man das Kali causticum in bacillis, Lapis causticus, Atzstein. 2) Kalium und Schwefel: Schwefelkalium, Kaliumsulfid KS, dem Kaliumoxyd entsprechende Schwefelbase, bildet sich beim Glühen von Kaliumsulfat mit Kohle als eine Wasser leicht lösliche stark alkalische Flüssigkeit. ibt mit vielen Schwefelmetallen Doppelverbinfdungen, löst mit Leichtigkeit Schwefelarsen, Schwefelantimon, Schwefelkohlenstoff und gibt damit 1Sulfosalze. Wird die Lösung des Schwefelkaliums tmit Schwefel gekocht, so löst letzterer sich leicht, unter tBildung von Polysulfureten, dreifach und fünffach ermißt, sind unter C aufzusuchen. Schwefelkalium Ke8s und Ka 8, auf, welche krystallisiert zu erhalten sind. Ein Gemisch von fünffach Schwefelkalium und Kaliumsulfat ist die Schwefelleber, Kalischwefelleber, Hepar sulfuris. Kalium sulfuratum, welche entsteht, wenn gleiche Teile kohlensaures Kali und Schwefel in einem eisernen Gefäße bis zum ruhigen Schmelzen erhitzt werden; die nach dem Erkalten feste, grüngelbe Masse ist vor dem Zutritt von Feuchtigkeit und Luft geschützt zu bewahren. 3) Kalium und Chlor: Chlorkalium KCI findet sich als Mineral Sylvin (s. d.), als Bestandteil des Meerwassers und in größter Menge in Form eines Doppelsalzes Carnallit (s. d.) in der großen staßfurter Mulde. Der Carnallit ist ein Bestandteil der sog. Abraumsalze, die ein Gemenge von diesem Salz mit Kieserit und Steinsalz sind. Zur Gewinnung des Chlorkaliums werden die zerkleinerten Abraumsalze mit einer zur Lösung des Ganzen unzureichenden Menge von Wasser durch einströmenden Dampf zum Sieden erhitzt und die gesättigte Lauge von dem Salzrückstand getrennt. Es löst sich dabei vorzugsweise Carnallit, der aber bei der Auflösung in seine Bestandteile Chlorkalium und Chlormagnesium zerfällt, während Kieserit und Steinsalz zum größten Teil zurückbleiben. Die Carnallitlauge scheidet beim Erkalten eine reichliche Krystallisation von Chlorkalium ab, welches von der Mutterlauge, die bei der nächsten Operation unter Zusatz von wenig Wasser zum Auskochen des Abraumsalzes dient, getrennt und mit kaltem Wasser gewaschen wird. Nach dem in Flammöfen ausgeführten Trocknen und schwachen Rösten ist das Chlorkalium Handelsware und in diesem Zustande das Rohmaterial sür die technische Darstellung der meisten Kaliumverbindungen. Nach der durch Umkrystallisation bewirkten Reindarstellung bildet es farblose, würfelförmige Krystalle, die mit kochendem Wasser eine Lösung von 37 Proz. Salzgehalt geben, während die Lösung bei 15 nur 25 Proz. Salz enthält; es schmilzt bei schwacher Glühhitze und verdampft bei höherer Temperatur in erheblicher Menge. 4) Kalium und Brom, s. Bromkalium. 5) Kalium und Joz: Jodkalium, Kaliumiodid, Kalium iodatum KI, weiße würfelförmige, sehr leicht lösliche Krystalle, am zweckmäßigsten darzustellen, indem in chemischreine, kochende Kalshydratlösung Jod eingetragen wird, bis die Lösung eben dauernd gelb gefärbt erscheint. Der Lösung wird ein Zehntel der Menge des angewandten Jods an feingepulverter Holzkohle zugefügt und zur Trockne verdampft. Der Rückstand wird in einem eisernen Gefäß bis zum ruhigen Schmelzen erhitzt, wodurch das neben dem Jodkalium entstandene Kaliumiodat zersetzt wird. Der Schmelzrückstand wird in heißem Wasser aufgenommen, von dem lberschuß der Kohle abfiltriert, die Lösung verdampft und schließlich in mäßiger Wärme der Krystallisation überlassen, wobei das Salz in undurchsichtigen, porzellanartigen Krystallen sich abscheidet. Es findet vielfach Verwendung in der Medizin, in ungleich größern Mengen aber in der Photographie. 6) Kalium und Cyan: Cyankalium, s. Bd. IV, S. 730; Ferrxo cyankalium, s. Blutlaugensalz, gelbes Bd. III, S. 210; Ferridcyankalium, s. Blut. augensalz, rotes, Bd. III, S. 211. 7) Kalium und Kohlensäure: a. Kaliumcgarbonat, kohlensaures Kali Pottasche, Kalium carbonicum K. CO; entsteht bei der Verbrennung der Verbindungen⸗ des K. mit organischen Säuren und ist daher in den Verbrennungsrückständen von all solchen Substanzen. enthalten, in denen diese Salze vorkommen. So in der Asche aller Landpflanzen, namentlich des Holzes, die früher die alleinige Quelle zur Darstellung des kohlensauren Kali darbot. Ein ähnlicher Verbrennungsrückstand ist die sog. Schlempekohle, welche als Rückstand der Spiritusfabrikation unter Verwendung von Zuckerrübenmelasse verbleibt, ein analoges Produkt wird jetzt in vielen Fabriken gewonnen, welche die Melasse auf chem. Wege entzuckern, in beiden stammt das kohlensaure Kali von den Kalisalzen, die in den Rüben gebildet worden sind. Hierher gehört auch der an kohlensaurem Kali sehr reiche Verbrennungsrückstand, welcher als Nebenprodukt der Wollwäschereien nach dem Verdampfen der mit Wollschweiß beladenen Waschwässer verbleibt. Alle diese Substanzen werden mit Wasser ausgezogen, wobei nach dem Eintrocknen der von dem Unlöslichen getrennten Lauge mehr oder weniger reines kohlensaures Kali zurückbleibt. Nach der Herkunft unterscheidet man im Handel russ., illyr., amerik. Pottasche, Steinasche, von denen die letztere reichliche Mengen von Kalihydrat enthält. Außer dieser Art der Fabrikation wird gegenwärtig viel kohlensaures Kali aus Kaliumsulfat auf ganz gleiche Weise wie die Soda nach dem Leblaneschen Verfahren dargestellt. Das rohe kohlensaure Kali ist immer durch andere Salze mehr oder weniger verunreinigt, so durch kohlensaures Natron, Chlorkalium, Kaliumsulfat. Hiervon wird es durch Krystallisation oder partielle Lösung getrennt; das kohlensaure Kali ist viel leichter löslich als die andern Salze und verbleibt daher in der Mutterlauge, während jene auskrystallisieren, oder geht bei Behandlung mit minimalen Wassermengen zuerst in Lösung. Das so gereinigte Salz ist das Kali carbonicum depuratum derältern Pharmakopöen, das Kalium carbonicum der Deutschen Pharmakopöe von 1882, welche einen Reinheitsgehalt von 95 Proz. fordert. Chemisch rein läßt sich das kohlensaure Kali nur durch Erhitzen von Kaliumbicarbonat erhalten. b. Kaliumbicarbonat, doppelt kohlensaures Kali, Kalium bicarbonicum KICO;, farblose, rhomb ödrische Krystalle, in 4Teilen kaltem Wasser, leichter in Wasser von 707 löslich, zersetzt sich in wässeriger Lösung bei 80% oder bei gelindem Erhitzen des krockenen Salzes in Kaliumcarbonat und entweichende Kohlensäure. Zur Darstellung werden Holzkohlenstücke mit einer konzentrierten Lösung von möglichst gereinigtem Kaliumcarbonat getränkt einer Atmosphäre von Kohlensäure ausgesetzt, wobei letztere mit Begierde absorbiert wird. Die kohlige Masse wird mit Wasser, dessen Temperatur 70 nicht übersteigt, erschöpft und die warme Lösung durch Erkalten zur Krystallisation gebracht, wobei sich das Salz chemisch rein abscheidet, während die aus dem kohlensauren Kali stammenden fremden, leichter löslichen Salze in der Mutterlauge bleiben.