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NaturlehreBau-Lexikon 1881

Schwefel, dabei bleibt Schwefelmangan zurück, welches man zu Darstellung von Schwefelwasserstoffgas verwenden kann. Das bei der erstgenannten Darstellungsweise sich entwickelnde Gas wird von Wasser in großen Mengen absorbirt und die Flüssigkeit besitzt ganz den stechenden Geruch des Gases. Das Gas selbst sowohl als auch die Lösung desselben in Wasser haben die Eigenschaft, organische Substanzen zu bleichen; man benutzt diese bleichende wWirkung häusig in der Technik, z. B. zum Färben u. Bleichen einiger Stoffe, zum Entfärben der Metalle etc. s. Anschwefeln. Die zu bleichenden Stoffe taucht man entweder in eine wässerige Lösung der Säure, oder man hängt die mit Wasser befeuchteten Substanzen ineinerverschlossenenKammer auf, in welcher S. in einer Schale verbrannt wird. Die schweflige Säure kann in gewissen Fällen auch als Feuerlöschmittel dienen, namentlich dann, wenn das Feuer in ganz geschlossenen oder einseitig geschlossenen Räumen entsteht. Bei einer in Brand gerathenen Esse z. B. reicht die Entzündung einer Hand voll Schwefelfäden im unteren Theil der Esse aus, um nach kurzer Zeit den Brand zu tilgen. — 3. Die Schwefelsäure, die höchste u. wichtigste „Oxydationsstufe des S.s, ist für sehr viele technische sowie ihäusliche Zwecke eine ganz unentbehrliche Mineralsäure. In der Natur findet sich diese Säure selten frei vor, wohl raber in einer großen Anzahl von Mineralien an Basen egebunden, im Gips, Schwexspat, Cölestin etc.; ferner mit Wasser verbunden im Rio Vinagre in Südamerika, in „einigen Gewässern in Tennessee, auf Java u. in Italien. Bittersalz, Zink⸗ und Kupfervitriol, Alaun, Eisenvitriol „u. Glaubersalz sind andere Verbindungen der Säure mit „Basen, s. d. betr. Art. Ganz wasserfreie Schwefelsäure e(S O5), die nicht in den Handel kommt, ist ein weißer as⸗ „bestartiger Körper, der sich wie Wachs kneten läßt, bei 25² schmilzt, bei höherer Temperatur sich leicht verflüchtigt, an der Luft weiße Dämpfe verbreitet uind in wässeriger

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 171Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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