Schwefelsäure mit 1 Aequiv. Wasser; je geringer der Wassergehalt ist, desto schwerer und dickflüssiger ist die Säure. Die Stärke der Säure läßt sich daher durch ihr spez. Gew. bestimmen; die höchst konzentrirte hat das spez. Gew. 1,½43 und siedet bei 326e C., diese kommt nicht im Handel vor. Die beste rektifizirte Säure hat nur ein spez. Gew. von 1,32 u. enthält 73,% wasserfreie Säure. Die Bereitung derenglischen Schwefelsäure geschieht im großen dadurch, daß man schweflige Säure durch Salpetersäuredampf bei Gegenwart von Wasserdampf in Schwefelsäure überführt. Das Verfahren der Schwefelsäurefabrikation ist etwa folgendes: Man bereitet zuerst schweflige Säure, entweder durch Verbrennung von S. auf einem Herd unter Luftzutritt, oder durch Röstung gewisser Kiesé, bes. der Pyrite in Schachtöfen, die neben einander aufgestellt sind und sich alle in einem einzigen Abzugskanal vereinigen. Die auf die eine oder andere Art dargestellte Säure wird in 5—6große Bleikammern geleitet. In die erste Kammer wird fortwährend Salpeterfäure eingeleitet, außerdem münden in alle Kammern Röhren, welche in dieselben feine Wasserdampfstrahlen einblasen. Die Salpetersäure liefert der schwefligen Säure einen Theil Sauerstoff und oxydirt sie zu Schwefelsäure, welche sich mit dem vorhandenen Wasser in die Bleikammern niederschlägt, s. auch d. Art. Schwefelsäurefabrik. Die auf diese Weise gebildete ammersänre ist sehr verdünnt und muß durch Destillation konzentrirt werden. Die konzentrirte käufliche Schwefelsäure, eigentlich Schwefelsäurehydrat, ist eine schwach gelbliche, ölartige Flüssigkeit von höchst ätzenden Eigenschaften. Sie zerstört organische Stoffe höchsi energisch; Pflanzenstoffe, Holz etc. werden von ihr bald geschwärzt (verkohlt). Sie zerstört selbst im verdünnten Zustand mancherlei Substanzen u. eignet sich z. B. vorzüglich, Fußböden von einer Schmutzdecke zu befreien; ebenso eignet sie sich verdünnt zum Putzen von Metallgegenständen etc. sowie zu Konservirungsanstrichen; s. Anstrich 50. 51. 72. etc. Die wichtigeren Verbindungen der Schwefelsäure sind an den betr. Orten des Lexikons beschrieben. b) Die Rordhäuser Schwefelsäure, rauchende Schwefelsäure (80,-+.HO) -(HOS,), ist eine an der Luft rauchende ölige Flüssigkeit von viel energischer zerstörenden Wirkungen als die englische Säure. Sie bildet ein Gemenge von wasserfreier Schwefelsäure mit Schwefelsäurehydrat. Man erhält diese Säure durch Erhitzen von an der Luft verwittertem Eisenvitriol in thönernen Retorten. Der Gebrauch der Nordhäuser Schwefelsäure ist durch die große Ausdehnung, welche die Fabrikation derenglischen Schwefelsäure erhalten hat, bedeutend in den Hintergrund gedrängt worden. Sie dient nur noch etwa zu Auflösung des Indigos, ist aber zum Imprägniren des Holzes der englischen vorzuziehen. VI. Andere chemische Verbindungen des Ses sind: L. Schwefelwasserstofgas, franz. acide sulfhydrique, engl. sulphide of hydrogen, hat die Eigenschaft, viele Metalloxyde aus ihren Lösungen als Schwefelmetalle zu fällen. Durch die dabei entstehende Farbenveränderung liefert es ein Mittel, die Metalle zu erkennen. — 2. Schwefelkohlenstoff, Schwefelalkohol, frz. sulfure de carbone, engl. sul. Phuret of carbon, dient als Auflösungsmittel für S. und Phosphor, als Trennungsmittel des Ses und zu Vulkanisirung des Kautschuks. — 3. Schwefelmetalle (s.