Kalkspat (Calcit) heißen in der Mineralogie die reinern, krystallisierten und krystallinischen Varietäten des natürlich vorkommenden kohlensauren Kalks (CaCO;), deren sehr zahlreiche, namentlich als verschieden gestaltete Rhomboêder, Skalenöder und als sechsseitige Prismen ausgebildeten Krystallformen dem hexagonalen System angehören; vom K. waren 1878 mehr als 210 verschiedene Krystallformen bekannt. Die Härte beträgt 3, das spezisische Gewicht 2,6 bis 2,8; sehr ausgezeichnet ist bei den ganz wasserklaren Stücken (z. B. den isländischen sog. Doppelspaten) die doppelte Strahlenbrechung. Alle wie immer gestalteten K. sind stets sehr leicht nach der Fläche eines und desselben Rhombosders, des Grundrhomböders, spaltbar, dessen Polkantenwinkel 105 5 mißt. Außer den mehr oder weniger wohl ausgebildeten krystallisierten Individuen, welche oft in Gruppen vorkommen, bildet der K. auch stängelige bis faserige Massen, zapfenähnliche und stalaktitische Gestalten, letztere namentlich im Innern der Kalksteinhöhlen. Der ganze»Gebirge und weite Landstrecken zusammensetzende Kalkstein ist der Hauptsache nach nur ein Aggregat von gröbern und feinern Körnern des K. Der K. ist an sich farblos und durchsichtig, aber manchmal undurchsichtig weiß, auch gelblich, rötlich, grau und braun gefärbt. Mit Bitumen gemengt und beim Reiben danach riechend ist der stinkend K. oder spätige Stinkstein; durch Kohle Icwärziah gefärbt der Anthrakonit. Die Anwendungen des K sind denen des Kalksteins gleich. (S. Kalk.J]