Karl II., König von Neapel 1285—1309, Sohn des vorigen, war zur Zeit, als der Vater starb, noch in der Gefangenschaft der Aragonesen von Sicilien. Die Drohungen und Bannflüche des Papstes Martin IV. vermochten ihm ebensowenig die Freiheit zu verschaffen, als ein Feldzug der Franzosen gegen den König Peter III. von Aragonien zu Gunsten des Prinzen Karl von Valois, welchem der Papst das Land geschenkt hatte. Valois wurde zurückgetrieben und Karl blieb gefangen. Aber Peter starb zu Ende 1285; sein Sohn Alfons III überließ Sicilien seinem Bruder Jakob 1I., und von diesem erhielt K.endlich 1289 seine Freiheit wieder, nachdem er auf Sicilien verzichtet, eine große Summe zu zahlen versprochen und Geiseln gestellt hatte. Da er jedoch diese Bedingungen nicht einhielt oder einhalten konnte, dauerte der Krieg fort. Jakob, durch den Tod Al-⸗ sons' 1291 auf den aragonischen Thron berufen, wollte sich diesen gegen die andauernden Anfeindungen von Rom und Frankreich sichern, indem er 1294 mit K. Frieden schloß und ihm Sicilien abtrat. Aber andererseits ließ er es doch auch geschehen, daß die Sicilier seinen Bruder Friedrich II. zum König machten, der endlich 1302 von K. die Anerkennung der Unabhängigkeit errang. Die Herrschaft der Anjou beschränkte sich also seitdem auf Neapel. übrigens regierte K. in der Weise des Vaters fort,‚ und trotz des langen Kriegszustandes ist ein Fortschritt in der Entwickelung des Landes nicht zu verkennen. K. war mit Maria, der Tochter König Stephans V. von Ungarn, vermählt; von seinen Kindern wurde Karl Martel in Ungarn nach dem Ausgange des Hauses Arpad zum König erhoben (gest. 1342), Robert König von Neapel (1309—1343).