Karl II., König von Spanien, Sohn Philipps IV., der letzte vom Stamme Habsburg auf dem span. Throne, geb. 6. Nov. 1661, verlor mit vier Jahren seinen Vater und trug die Krone lange unter der Vormundschaft seiner Mutter Maria Anna von Ssterreich, welche, beraten von ihrem deutschen Beichtvater, dem Pater Neidhard, die Regierung unter dem Widerstreit der Parteien mühsam aufrecht erhielt. Vermehrt wurden die Schwierigkeiten durch die Übergriffe Ludwigs XIV., der die wehrlosen burgund. und niederländ. Provinzen in dem Devolutionskriege überfiel und große Stücke davon abriß. Hierdurch wurde Spanien in dem ersten Koalitionskriege der erbittertste Gegner Frankreichs; als aber der Friede von Nimwegen 1679 wieder neue Verluste (Franche-Comté und mehrere niederländ. Festungen) brachte, wählte Spanien, wo K. jetzt die Tochter des Herzogs Son Orléans heiratete, Frankreichs Freundschaft. Der ißt, sind unter C aufzusuchen. Tod der Königin (1689) löste wieder das lose Band; in dem zweiten Koalitionskriege stand K. aufs neue bei den Verbündeten, erlitt dafür aber 1694—97 den Einbruch der franz. Truppen über die Pyrenäen bis Barcelona und erhielt im Frieden von Ryswijk keine von den verlorenen Provinzen zurück. Karl starb 1. Nov. 1700. Als Erben seiner Krone hatte er zunächst den Kurprinzen Ferdinand von Bayern eingesetzt, der das nächste Anrecht hatte. Dieser war aber bereits im Febr. 1699 gestorben, und nun gelang es nach langen Intriguen Frankreich, das ungeteilte Erbe dem Enkel Ludwigs XIV., Philipp von Anjou, zugesprochen zu sehen (durch Testament vom 3. Okt. 1700). über K.s Grabe erhob sich der Spanische Erbfolgekrieg.