FeedKarl Emannel I. oder der Große
GeschichteBrockhaus 1882

Karl Emannel I. oder der Große, Herzog von Savoyen, 1580—1630, geb. auf dem Schlosse üißt, sind unter C aufzusuchen. 9* 132 Karl Alexander (Herzog v. Württemb. Rivoli 12. Jan. 1562, folgte in der Regierung seinem Vater Emanuel Whitbert. In die Kämpfe der damaligen Machthaber in Italien verwickelt, stand er bald auf der Seite Spaniens, bald des Kaisers, bald Frankreichs, je nachdem das eine oder das andere Bündnis ihm größere Vorteile zu versprechen schien. Infolge seiner Verheiratung mit Katharina, der Tochter Philipps II., anfangs an die span. Politik und die franz. Ligue piaten machte er Heinrich IV. den Besitz der erledigten Markgrafschaft Saluzzo streitig und wurde dadurch mit Genf und Bern in einen Krieg verwickelt, der nach der Niederlage des savoyischen Heers bei St.- Joire im Okt. 1589 mit einem den frühern Besitstand herstellenden Frieden endigte. Hierauf besetzte er, von der Ligue gegen Heinrich IV. zu Hilfe gerufen, mehrere Pläthe der Provence; erst w1599 machte er nach wechselvollen Kämpfen einen Frieden, in dem er Bugey, Val-Romay und Gex an Frankreich abtrat. Um der übermacht Spaniens in Italien entgegenzuarbeiten, verband er sich 1610 mit Frankreich und Venedig. Als dann nach Heinrichs IV. Ermordung die franz. Regierung im Frieden mit Spanien den Herzog preisgab, schloß dieser sich wieder an das Interesse der Habsburger an, machte nach dem Erlöschen der herzogl. Linie von Mantua sogleich seine Ansprüche auf Montferrat mit den Waffen geltend, brachte aber dadurch sich und sein Land in große Bedrängnis, indem die Franzosen unter der Anführung Bassompierres, Crequis und Schomburgs ihn überfielen, Pignerol eroberten, Turin bedrohten und endlich ganz Savoyen eroberten. Mitten in diesen Wirren starb K. 26. Juli 1630 am Schlage. In der Regierung folgte ihm sein Sohn Victor Amadeus I. Vgl. Erdmannsdörffer, aHerzog K. E. von Savoyen und die deutsche Kaiserwahl von 1619 (Lpz. 1862).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 131Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6