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GeschichteBrockhaus 1882

Karl (Friedr. Alexander, Prinz von Preußen), rpreuß. Generalfeldzeugmeister, Bruder des Kaisers Wilhelm, geb. im Schlosse zu Charlottenburg 29. Juni 1801, wurde 1811 Sekondelieutenant im 1. Garderegiment zu Fuß, 1818 Kapitän, 1819 Mitglied des Staatsrats, 1820 Major, 1822 Oberst und Chef des 12. Infanterieregiments, führte „dann die 2. Garde-Infanteriebrigade und wurde 1824 Generalmajor. Am 26. Mai 1827 vermählte er sich mit der 3. Febr. 1808 geborenen Prinzessin Marie Luise Alexandrine, Tochter des Großherzogs Karl Friedrich von Sachsen, welche 18. Jan. 1877 zu Berlin starb. Aus dieser Ehe entstammen drei Kinder: Generalfeldmarschall Prinz Friedrich Karl (s. d.), geb. 20. März 1828, die 1. März 1829 geborene Prinzessin Lui se Marie Anne und die 17. Mai 1836 gehorene Prinzessin Anna Marie Friederike. Prinz K. wurde 17. Jan. 1830 Divisionskommandeur und 1832 Generallieutenant, 1836 kommandierender General des 4. Armeekorps und 1844 General der Infanterie, 1848 Inspekteur der 2. Armeeabteilung. Im J. 1853 erfolgte zu Sonnenburg seine Investitur zum Herrenmeister des Johanniterordens und 1854 seine Ernennung zum Generalfeldzeugmeister mit dem Range eines Generalfeldmarschalls. Der Prinz wandte der Entwickelung der preuß. Artillerie reges Interesse zu und förderte namentlich die Einführung gezogener Hinterladungsgeschütze, sowie Verbesserungen in der Friedensorganisation dieser Waffe. K. nahm 1864 an der Belagerung und dem Sturm von Düppel teil und wurde 17. Okt. Gouverneur von Mainz, machte 1866 den Feldzug in Böhmen im Großen Hauptquartier mit und war in der Schlacht bei Königgrätz an der Seite des Königs. Im Deutsch-Französischen Kriege Schla er im Großen Hauptquartier teil an den Schlachten bei Gravelotte, Beaumont, Sedan, am Mont-Valerien und der Belagerung von Paris. Im J. 1872 wurde er zum russ. Feldmarschall ernannt. Er starb zu Berlin 21. Jan. 1883.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 134Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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