FeedKarl (Friedr. Aug.)
GeschichteBrockhaus 1882

Karl (Friedr. Aug.), Herzog von Mecklenburg, preuß. General der Infanterie, Bruder der Königin Luise von Preußen, geb. 30. Nov. 1785 zu Hannover, wo sein Vater, der nachmalige Großherzog Karl Ludwig Friedrich von Mecklenburg— Strelitz, als Generalgouverneur lebte. Im J. 1799 als Stabskapitän in die preuß. Armee aufgenommen, leistete K. bei Auerstädt seine ersten Waffendienste, wurde 1812 Oberst und 1813 dem Blücherschen Korps beigegeben. Er focht bei Lützen und Bautzen und wurde im Juni 1813 zum Generalmajor befördert. Als Brigadekommandeur im Norkschen Armeekorps zeichnete er sich ruhmvoll in allen Schlachten des schles. Heers aus, zuletzt bei Möckern 16. Okt., wo er verwundet wurde. Zum Generallieutenant ernannt, führte er als Kommandeur des Garde- und Grenadierkorps dasselbe 1815 nach Frankreich und befehligte es seitdem als kommandierender General bis zu seinem Tode. Im J. 1817 wurde er Mitglied des Staatsrats, 1825 General der Infanterie, auch mit dem Vorsitz im Staatsrate beauftragt und 1827 definitiv zu dessen Präsidenten ernannt, mit der Befugnis, an den Sitzungen des Geh. Staatsministeriums teilzunehmen. Er starb 21. Sept. 1837. Der Herzog war ein entschiedener Absolutist und übte auf den Gang der preuß. Angelegenheiten, vor-Aathe seit Hardenbergs Tode, großen Einfluß. Auch war er ein Freund der Litteratur, versammelte in seinem Schlosse Monbijou zu Berlin treffliche Kräfte um sich und schrieb unter dem Namen Weißhaupt das Lustspiel „Die Isolierteno und das Trauerspiel «Der ewige Judev.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 133Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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