Karminlack, Münchener⸗, Florentiner-, Pariser⸗, Wienerlack, Verbindungen und Gemenge von Karminsäure mit Thonerdehydrat und Zinnoxyd. Zur Darstellung dienen die noch Farbstloff enthaltenden Cochenillerückstände der Karminbereitung oder geringe Cochenillesorten. Man kocht 2 Teile Cochenille mit 1 Teil Weinstein und 20 Teilen Wasser, koliert, fügt 30 Teile Alaun und etwas Zinnsalz zu. Beim Erkalten scheidet sich der feinste Lack aus. Aus der davon abgegossenen Flüssigkeit läßt sich durch Zusatz von Soda eine weitere einer geringern Sorte gewinnen. K. dient als Wasser⸗ und Ölfarbe in der Malerei, Tapeten⸗, Stein⸗ und Buchdruckerei.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 142Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei