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BaukunstBrockhaus 1882

Karnies oder Rinnleisten (grch. Kvncrroy, frz. corniche) heißt ein architektonisches Glied, dessen Profil ungefähr die Form eines 8 hat, d. h. aus einem konvexen und einem konkaven Teil besteht. Da es in verschiedener Weise angeordnet wird, so unterscheidet man: den stehenden, aufrechten oder steigenden K. (s. nachstehende Fig. 1), den verkehrt Fig. 1. Fig. steigenden K. —. Kehlstoß, Fig. 2), den fallenden K. (oder Ablauf, Fig. 3) und den verkehrt fallenden K. (Glockenleiste, Fig. 4). Erstere beiden werden als bekrönende Glieder bei Hauptgesimsen, Verdachungen u. s. w., letztere als Fuß⸗ oder Sockellieder verwendet. Da der steigende K., auf der sog. hungenden Platte ruhend, den krönenden Abschluß des Hauptgesimses eines Gebäudes bildet ler verdeckt oft die Wasserrinne), wird ungerechtfertigterweise oft die ganze Bekrönung eines Gebäudes, das Hauptgesimse, K. genannt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 144Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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