FeedKarpinski (Franciszel)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Karpinski (Franciszel), poln. Dichter, geb. 4. Okt. 1741 zu Holosko in Galizien, erhielt seine Bildung in der Jesuitenschule zu Lemberg, ging zu seiner Ausbildung in jurist. Praxis eine Zeit lang nach Wien, wurde dann aber Gutspächter in Galizien. Im J. 1783 wurde er Sekretär beim Fürsten Adam Gartoryiski in Warschau und durch Namszewicz in des Königs Stanislaus August nähern Umgang gezogen. Aber weder das Hofleben, noch später das als Erzieher in fürstl. Häusern sagte dem gemütreichen, geraden und freimütigen Manne zu. Im J. 1791 erhielt er zwei an der Bialowiczer Heide in Litauen gelegene, dem Staate gehörige Güter auf 50 Jahre als Eigentum. Er starb 4. Sept. 1825. K.s Lieder, die als echt national in dem Munde des poln. Volks leben, zeichnen sich durch Einfachheit und Herzlichkeit aus, in manchen patriotischen erhebt er sich aber auch zu höherm Schwunge. Seine Schriften (herausg. von Dmochowfti, 4 Bde., Warsch. 1804, Lpz. 1836 und Krakau 1862) enthalten außer Liedern und Idyllen eine Übersetzung der Psalmen Davids, eine Tragödie Judytav und mehrere prosaische Aufsätze. Seine Selbstbiographie gab Moraczewski (2. Aufl., Lemb. 1849) heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 150Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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