Kartoffelkrankheit oder Nasse Fäule, wird hervorgerufen durch einen Pilz der Familie der Peronosporeen, Phytophthora infestans de By. Derselbe tritt in der Weise auf, daß etwa gegen Ende Juni die Blätter des Kartoffelkrauts schwarze Stellen bekommen, welche auf der Unterseite einen weißlich-schimmeligen Rand besitzen. Letzterer besteht aus den Sporangienträgern des Pilzes, welche von dem im Innern des Blattes wuchernden Mycelium nach außen gesandt werden und durch Abstoßen der Sporangien die Weiterverbreitung während des Sommers bewirken. Der schädliche mißt, sind unter C aufzusuchen. Einfluß der Parasiten auf die Kartoffel besteht darin, daß einmal die vertrockneten Blätter nicht mehr zu funktionieren vermögen und daß zum andern auch durch die aus den Sporangien entstehenden und in den Boden dringenden Schwärmsporen die Knollen insiziert werden und entweder schon im Boden oder während der Aufbewahrung in Fäulnis übergehen. Die überwinterung erfolgt als Mycelium in den kranken Knollen, welche bei Verwendung als Saatgut das erstere wieder auf das Feld bringen. Das beste, wenn auch gegen die Infizierung von andern Feldern her nicht sicheres Schutzmittel ist daher die Verwendung gesunden Saatgutes. Die seit kurzem empfohlene, von dem Dänen Jensen vorgeschlagene Schutzhäufelung der Kartoffeln zur Abwehr der Krankheit scheint keinen durchschlagenden Erfolg zu haben. Am besten wird sich der K. dadurch entgegenwirken lassen, daß man widerstandsfähigere Sorten züchtet; die Erfahrung hat gelehrt, daß manche Sorten, vorzüglich solche mit dicken Schalen, von der Krankheit mehr verschont bleiben als andere, wahrscheinlich weil die Sporen nicht in die Knolle eindringen können. Die K. wurde zuerst 1845 in Europa beobachtet, hat aber sicher bereits früher existiert. Das Auftreten derselben ist in den einzelnen Jahren ein sehr verschiedenes; feuchtes, warmes Wetter begünstigt den Pilz, trockenes wirkt ihm entgegen. — Verschieden von der eigentlichen K. sind die Kräuselkrankheit und der Schorf oder die Pocken, Rhizoctonia solani. Vgl. de Bary, „Die gegenwärtig herrschende K.y (Lpz. 1861); J. Kühn, Berichte aus dem physiol. Laboratorium der Universität Haller (Halle w1872); J. L. Jensen, „Die K. kann bekämpft werdeno (Kopenh. 1882). wriihen Cbronr scherzhafte Bezeichnung des Seidan Erbfolgekriegs (1778/79), weil sich die Soldaten, statt zu kämpfen, in den böhm. Standlagern hauptsächlich um die Kartoffeln stritten.