FeedKäsepappel (Malva rotundifolia)
GeschichteBrockhaus 1882

Käsepappel (Malva rotundifolia), s. Malve. „Kaserne (vom ital. und span. casa, Haus) ist ein zur dauernden Unterbringung von Truppen bestimmtes Gebäude. Die Kasernierung des Militärs bildet den Gegensatz zur Unterbringung in Bürgerquartieren und wird bei stehenden Heeren mehr oder weniger zur Notwendigkeit. So finden sich schon zur Zeit der röm. Kaiser K. für die Prätorianer. In der neuern Zeit kommen sie zuerst in Frankreich unter Ludwig XIV. vor und haben von da ab eine immer wachsende Verbreitung gefunden. Die konzentrierte und abgeschlossene Unterbringung des Militärs in K. vereinfacht im Gegensatz zu derjenigen in Bürgerquartieren den Dienstbetrieb, erleichtert die Überwachung der Truppen und befördert die Erhaltung der Disciplin; die nachteiligen Einflüsse, welche aus der steten Berührung mit der Bevölkerung bei Bürgerquartieren erwachsen können, werden vermieden und wird durch das Zusammenleben der Soldaten miteinander die Kameradschaft befördert. Es lassen sich bei Kasernierung der Truppen zweckmäßige Einrichtungen für die Gesundheitspflege derselben treffen, die bei Bürgerquartieren häufig fehlen. Für die Bürger fällt durch die Kasernierung des Rilitärs die Last der permanenten Einquartierung weg. Die Vorteile, welche die K. nach beiden Richtungen, für die Truppen wie fur die in Frage kommende Bevölkerung bringen, sind so augenfällig, daß in allen größern Staaten, speziell auch im Deutschen Reiche, die vollständige Durchführung der Kasernierung auf der Tagesordnung steht. Über die Zeitdauer, welche dieselbe in Anspruch nehmen wird, wird wesentlich der Kostenpunkt entscheidend sein. In England, wo für die ßt, sind unter C aufzusuchen. Bevölkerung keine Verpflichtung zur Aufnahme von Einquartierung existiert, ist die Kasernierung seit lange allgemein. — Die Besatzung der Festungen muß im Kriege gegen das feindliche H gesichert untergebracht werden, weshalb die Festungswerke mit zahlreichen zur Aufnahme von Truppen geeigneten kasemattierten Räumen versehen sind, die häufig auch schon im Frieden als K. benutzt werden. In ältern Festungen finden sich vielfach Defensivkasernen, die einesteils zur gesicherten Unterbringung von Truppen im Kriege dienen, andernteils auch verteidigungsfähig eingerichtet sind und durch ihre Lage als Abschnitte benutzt werden können. Durch den wirksamen indirekten Schuß der gezogenen Geschütze sind solche Bauten aber heute zu sehr gefährdet, als daß die Einrichtung zur Verteidigung noch ferner beibehalten werden könnte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 166Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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