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GeschichteBrockhaus 1882

Kroaten als besondere Truppengattung kommen während des Dreißigjährigen Kriegs in den österr. Heeren vor, und zwar als leichte Reiterei. Diese waren aber nicht allein aus den Bewohnern Kroatiens (s. d.) und andern südslaw. Stämmen, namentlich aus dem Gebiete der Militärgrenze, genommen, sondern auch aus den Magyaren. Bei Breitenfeld kämpften fünf Regimenter K. unter Isolani. Sie hatten sich durch ihre Wildheit sowie durch ihre geringe Scheu vor fremdem Eigentum in schlechten Ruf gebracht. Wegen ihrer Kriegsbrauchbarkeit suchte man aber in Frankreich zu jener Zeit eine ähnliche Truppe unter dem Namen Cravates zu organisieren. Dieselbe entsprach aber dem Zwecke nicht, war auch noch zu schwer (mit Helm und Küraß) bewaffnet. Später, im 18. Jahrh., namentlich im Siebenjährigen Kriege, treten die K. nur als leichte Paber ihr. auf, welche wenig discipliniert war, aber im Kleinen Kriege treffliche Dienste leistete. Sie bildeten Freikorps, welche nun nach bestimmten Bezirken organisiert und uniformiert wurden. Jetzt existieren sie als eigene Truppengattung des österr.⸗ungar. Heeres nicht mehr.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 624Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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