Katharina von Medici, Gemahlin König Heinrichs II. (s. d.) von Frankreich, war die Tochter Lorenzos von Medici, Herzogs von Urbino, und der Madeleine von Boulogne, aus dem Hause Auvergne, und 1519 zu Florenz geboren. Im Alter von 14 J. kam sie nach Frankreich, wo sie sich, durch Vermittelung ihres Oheims, des Papstes Clemens VII., mit Heinrich, dem zweiten Sohne König Franz' I., vermählte. Als aber der Papst im folgenden Jahre starb, sah sich K. an dem fremden Hofe schutzlos, vernachlässigt und beargwohnt. Sie war schön und gebildet, aber auch berechnend und gemütlos. Mit Bedacht spielte sie in dem Treiben des Hofs eine zurückhaltende Rolle; das wüste Leben ihres Gemahls und die Zurücksetzung, die sie durch Diana von Poitiers dulden mußte, entrissen ihr keinejKlage. Dadurch erwarb sie sich allmählich die Gunst ihres Gemahls und des alten Königs. Als Heinrich 1547 die Krone zufiel, änderte sich ihre Lage wenig. Erst 1559 mit der Thronbesteigung Franz' II. (s. d.), ihres Erstgeborenen, trat ihre Herrschlust hervor. Doch mußte sie diesmal die polit. Gewalt mit den mächtigen Guisen teilen, deren Einfluß nach dem Attentat von Amboise für den Thron so gefährlich wurde, daß K. in der geheimen Verbindung mit den Hugenotten ein Gegengewicht suchte. Der Tod Franz' II. und die Thronbesteigung 6.. minderjährigen zweiten Sohnes, Karls IX. (s. d.), brachte endli 1560 die Regierung in ihre Hände. Sie ließ si von dem Parlament die Staatsverwaltung zusprechen und nahm den gemäßigten L'Hopital zum Kanzler, den schwachen Anton von Bourbon aber zum Generalstatthalter. Die religiösen Fragen, welche Frankreich spalteten, waren ihr gleichgültig. Sie haßte die Guisen, weil ihr dieselben die Herrschaft, ihren Söhnen vielleicht den Thron streitig machen konnten; sie haßte aber noch mehr die Protestanten, die Frankreich mit tiefer gehenden, die Krone beschränkenden Veränderungen bedrohten. So war sie wie geschaffen, um die idealen und persönlichen, die staatlichen und religiösen Interessen, welche in den Kriegen gegen die Hugenotten (s. d.) Berhrecher zerrütteten, zu verwirren. Ihr größtes erbrechen ist die Bartholomäusnacht, 23.24. Aug. 1572, bei dem man nur zweifeln kann, ob es einem plötzlichen Entschluß oder langer Vorbereitung entstammte. Als Karl IX. starb (1574), war bereits mit ihm zerfallen. Nach dem Interregnum beherrschte sie ihren zweiten Sohn Heinrich III. Vergebens unterhandelte sie im Mai 1588 in dem aufständischen Paris für den König mit dem zum Feinde gewordenen Heinrich von Guise. K. lag todkrank in dem Schloß zu Blois, als ihr Sohn den Mord an dem Nebenbuhler gegen ihren Willen volliehen ließ. Kurz darauf, 5. Jan. 1589, starb sie. gl. Albéri, «Vita di Caterina de' Medicio (Flor. 1838; deutsch von M. von Borck, Augsb. 1847) Reumont, „Die Jugend Caterinas de Medici⸗ (2. Aufl., Berl. 1856); Capefigue, „Cathérine de Médicise (Par. 1856).