Katze (Felis) ist der Name einer zu den Säugetieren gehörenden Raubtiergattung, welche die furchtbarsten Tiere enthält. Dieselben sind die gewandtesten und kräftigsten, von Fleisch lebenden Räuber, blutgierig, schlau, falsch und erhaschen die Beute im Sprunge. üüber alle Zonen (mit Ausnahme des austral. Gebietes) verbreitet, zeichnen sie sich durch zurückziehbare Krallen und scharfwarzige scharss aus, haben nur vier obere und drei untere arfschneidige Backenzähne, sehr große, gebogene, scharfschneidige Eckzähne und ermangeln der Stinkdrüsen. Sie besitzen scharfes Gesicht und Gehör, eine runde Schnauze und lange Spürhaare oder Schnurrhaare. Zwar bringen diese Tiere großen Schaden und Gefahr; doch liefern sie auch meist Icbentenden und schön gezeichnete Pelze, welche einen edeutenden Handelsartikel ausmachen. Man teilt die Katzen in drei Untergattungen ein: 1) echte Conversations-Lexikon. 13. Aufl. X. Katzen, die in ihrer Organisation so viel Übereinstimmendes haben, daß sie eine einzige Gattung (Felis mit 56 Arten) bilden, die man der Übersichtlichkeit wegen in folgende Gruppen auflösen kann: a) Leonina, Löwen mit dem Löwen (s. d., Tafel: Katzen I, Fig. 1), dem Puma (s. d.); b) Tigrina, Tiger, der Königstiger (s. Tiger, II, Fig. 1)3c) Pardina, Panther, der Leopard (s. d., I, Fig. 2), der Nebelparder (II, Fig. 2), die Unze (s. d., II, Fig. 7), der Jaguar (s. d., I, Fig. 3), die marmorierte K. (I, Fig. 5), die langschwänzige Tigerkatze (s. Tigerkatze, II, Fig. 3) u. s. w.; d) Servalina, der Serval (s. d., II, Fig. 8); e). Cati, eigentliche K., hierher die Wildkatze (I, Fig. 5), die Falbkatze (II, Fig. 4). Die zweite Untergattung bilden die Luchse (s,d.) mit dem gemeinen Luchs (II, Fig. 6); die dritte Untergattung endlich besteht nur aus dem Jagdleopard (s. d., I, Fig. 6). Die Wildkatze (Felis catus), welche die Wälder Europas bewohnt und dem Wildstande anrten ist, zeichnet sich durch die inwendig dichtbehaarten Ohren und den gleichdicken Schwanz aus, dessen Länge noch nicht der halben Körperlänge gleichkommt. Sie liefert ein gutes Pelzwerk. (S. Katzenfelle.) Die Hauskatze (Felis domestica) stammt nach Rüppell von der ägyptischen K. (Felis maniculata) in Nubien ab. Erst gegen Ende der Kreuzzüge wurde sie in Europa allgemeiner und mit der Verbreitung des Getreidebaues zur Vertilgung der mit dem Getreide sich ausbreitenden Mäuse als Haustier immer weiter, auch nach Amerika, verbreitet. Sie hat große Begierde nach Baldrian, Katzengamander und Katzenminze; dagegen verabscheut sie die Gartenraute. Es gibt eine Menge Spielarten der Hauskatze. Die Cyperkatze ist quer schwarz gestreift; die Kartäuserkatze bläulich-aschgrau bis bläulich-schwarz, mit schwarzen Lippen und Fußgeltet die spanische K. weiß, schwarz und rotgelb gefleckt; die Angorakatze durch langes, weißes, seidenglänzendes Haar ausgezeichnet. Die chinesische K. hat Hängeohren, die madagaskarische K. einen gedrehten, knotigen Schwanz. In Cornwallis und der Insel Man ist die ungeschwänzte K. häufig. Vgl. Michel, «Das Buch der K.y (Weim. 1876): Martin, «Das Leben der Hauskatzes (Weim. 1877). Ein eigentümliches, den K. nahe verwandtes, aber eine eigene Familie bildendes Tier ist die Fossa (Cryptofossa ferox Bennet, I, Fig. 4) in Madagaskar, 145 em lang (wovon 65 em auf den Schwanz kommen), von gelbroter Farbe, welche die K. mit den Viverren (I. d.) verbindet.