Kaufbeuren, unmittelbare Stadt im bayr. Regierungsbezirk Schwaben, teilweise noch von Mauern umgeben, liegt am linken Ufer der Wertach und an der Linie München-Buchloe-Lindau der Bayrischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Amtsgerichts, sowie eines Bezirksamts und zählt (1880) 6268 meist kath. E. Die Stadt hat vier kath., zwei prot. und eine Simultankirche, eine Realschule, eine Lateinschule, eine Kinderbewahranstalt, ein Hospital mit Waisenhaus, ein Kloster der Franziskanerinnen mit der Wallfahrtskapelle der Crescentia, ein Krankenhaus und die Kreisirrenanstalt für Schwaben. Bemerkenswerte Gebäude sind die kath. Stadtpfarrkirche zu St. Martin von 1444, besonders aber die noch ältere St. Blasikirche mit got. Altar und mißt, sind unter C aufzusuchen. 13* vielen alten Gemälden und das 1879—81 von Professor Hauberrießer im Stile der Renaissancezeit neu erbaute Rathaus mit Lokalmuseum und Freskobildern von Professor W. Lindenschmidt. Gewerbfleiß und Handel des Ortes sind nicht unbedeutend. Außer einer Baumwollspinnerei und Weberei mit 800 Arbeitern bestehen vier Dampfbrauereien, eine Olfabrik, eine Beinknopffabrik, eine Cementfabrik, eine Maschinenfabrik, eine groß angelegte lithographische Anstalt. — Als Stadt wird K. urkundlich zuerst 1240 erwähnt. Sie erhielt 1288 die Reichsfreiheit, die ihr bis 1803 blieb, und wurde 1377 vom Herzog Friedrich von Teck und 1383 vom Herzog von Bayern vergeblich belagert. Seit 1803 der Krone Bayern einverleibt, hat sie sich seitdem zu einer der wohlhabendsten Städte jener Gegend erhoben.